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Konstruierte Identitäten im Werk von Franz Hodjak

Réka Sánta-Jakabházi

Heimat- und Identitätslosigkeit – diese Themen beschäftigen Schriftsteller, die ihr Geburtsland verlassen haben, seit jeher. Manche Autoren nehmen eine passive, resignierte Haltung gegenüber der Unmöglichkeit eines Ankommens im neuen Land ein, andere beharren auf der Illusion einer Heimatfindung. Das Motiv der Identität(slosigkeit) spielt auch in den Werken des aus Siebenbürgen stammenden Schriftstellers Franz Hodjak eine zentrale Rolle. In seinen Gedichten und Romanen behandelt er das Thema des Sich-fremd-Fühlens und der Identitätssuche, das Gefühl, nirgendwo zu Hause zu sein, mal mit heiterer Gelassenheit, mal mit resignierter Desillusionierung und behauptet: «In der Heimatlosigkeit besteht meine Identität.» Diese Untersuchung zeigt anhand verschiedener literaturwissenschaftlicher und soziopsychologischer Theorien Aspekte der Identität und Identitätsgestaltung in der Gattungs- und Formenwahl der Werke Franz Hodjaks auf.

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1. Einleitung

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Der aus Siebenbürgen stammende, heute in Deutschland lebende Schriftsteller Franz Hodjak zählt ohne Zweifel nicht zu den meistuntersuchten Schriftstellern der (rumänien)deutschen Literatur. Im Vergleich zu seinen Zeit- und Schicksals- genossen Herta Müller, Joachim Wittstock oder Richard Wagner ist sein Werk von literaturwissenschaftlicher Seite aus nur spärlich untersucht worden, obwohl vierzehn Gedichtbände, drei Romane, vier Kurzprosabände, drei Kinderbücher, ein Monodrama sowie zahlreiche Essays von seiner umfangreichen schriftstelle- rischen Tätigkeit zeugen. Der vorliegenden Studie liegt der Versuch zugrunde, die das Gesamtwerk Franz Hodjaks bestimmende erkenntnistheoretische Problematik von Identität, Subjekt und Sprache im Zusammenhang mit Schreibstrategie und Gattungswahl zu erfassen. Ein wichtiges Ziel der Arbeit besteht darin, Identitätskonzepte im Werk von Franz Hodjak darzustellen und diese in den literarischen Werken zu untersuchen. Dabei soll gezeigt werden, wie sich unterschiedliche Identitätsmo- delle in den verschiedenen Gattungen widerspiegeln bzw. welche Form sie an- nehmen – worunter hier vor allem Stil, Sprache und die Auswahl der Textsorte verstanden wird. Bislang liegt keine umfangreiche literarische Untersuchung vor, die sich mit dem Werk und der Autorenschaft Hodjaks auseinandersetzt. 2010 entstand an der University of British Columbia in Vancouver die Dissertation von Raluca Cernahoschi-Condurateanu zum Thema The Political, the Urban and the Cosmopolitan: The 1970s Generation in Romanian-German Poetry,1 in der ne- ben anderen rumäniendeutschen Autoren auch Hodjak behandelt wird, allerdings nur sein lyrisches Werk. An rumänischen Universitäten entstanden einige Dip- lomarbeiten und Magisterarbeiten, die die verschiedensten Aspekte des hodjak- schen Werks behandeln,...

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