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Konstruierte Identitäten im Werk von Franz Hodjak

Réka Sánta-Jakabházi

Heimat- und Identitätslosigkeit – diese Themen beschäftigen Schriftsteller, die ihr Geburtsland verlassen haben, seit jeher. Manche Autoren nehmen eine passive, resignierte Haltung gegenüber der Unmöglichkeit eines Ankommens im neuen Land ein, andere beharren auf der Illusion einer Heimatfindung. Das Motiv der Identität(slosigkeit) spielt auch in den Werken des aus Siebenbürgen stammenden Schriftstellers Franz Hodjak eine zentrale Rolle. In seinen Gedichten und Romanen behandelt er das Thema des Sich-fremd-Fühlens und der Identitätssuche, das Gefühl, nirgendwo zu Hause zu sein, mal mit heiterer Gelassenheit, mal mit resignierter Desillusionierung und behauptet: «In der Heimatlosigkeit besteht meine Identität.» Diese Untersuchung zeigt anhand verschiedener literaturwissenschaftlicher und soziopsychologischer Theorien Aspekte der Identität und Identitätsgestaltung in der Gattungs- und Formenwahl der Werke Franz Hodjaks auf.

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9. Zusammenfassung

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Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie stand der Versuch, die Problematik von Subjekt, Identität, Sprache, Heimat, die sich durch alle Texte Hodjaks zieht, ei- nem Beziehungsnetz zuzuweisen. Wie gesehen, umfasst Hodjaks bisher vorlie- gendes Werk nahezu alle literarischen Gattungen und erstreckt sich über die ver- schiedensten Formen. Neben Gedichten, in denen er seiner zwiespältigen Identi- tät und dem Gefühl der Heimatlosigkeit, der Unmöglichkeit eines Ankommens, komprimiert und symbolisch überhöht Ausdruck verleiht, hat er ein Monodrama, zahlreiche Erzählungen und drei Romane geschrieben, in denen das thematische Hauptgewicht stets auf der Identitätsproblematik bzw. auf der „Freiheit der Iden- titätslosigkeit“ liegt. Bei Hodjak besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Themen- und Gattungswahl und den historisch-politischen Begebenheiten. Zwi- schen 1969 und 1989, also der Zeit der kommunistischen Diktatur in Rumänien, als strenge – geschriebene und ungeschriebene – Zensurvorschriften den Litera- turbetrieb einschränkten, schrieb Hodjak Gedichte und Kurzprosa (abgesehen von literarischen Essays, die in der Zeitschrift Neue Literatur erschienen sind). Erst nach der Wende von 1989 wandte er sich der Gattung Roman zu. Diese Korrelation von Gattung und historisch-biographischem Kontext ist damit zu erklären, dass in den Kurzgattungen die (regime)kritische Botschaft kompri- mierter und zugleich direkter vermittelt werden konnte und sich außerdem ein breiterer Raum für die Mehrdeutigkeit bot als im Roman. Was die Formenvielfalt des literarischen Werks von Franz Hodjak betrifft, kann postuliert werden, dass er in seiner Prosa den Formenreichtum von Tage- buch, Brief und Märchen über Shortstory, Reportage und...

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