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In der Grenzregion: Dimensionen fachlicher und wissenschaftlicher Kommunikation

Edited By Winfried Thielmann and Helena Neumannová

Die Beiträge zu diesem Band sind aus der Tagung «Fach- und Wissenschaftskommunikation» (Liberec, 7.-9. Oktober 2010) hervorgegangen. In der sächsisch-tschechischen Grenzregion wurde dort den Grenzbereichen zwischen zwei Varietäten nachgespürt, die in der linguistischen Forschung erst seit etwa zwanzig Jahren als unterschiedliche sprachliche Handlungsformen bekannt sind. Kennzeichnend für alle Beiträge – ob systemlinguistisch oder sprechhandlungstheoretisch basiert – ist ein starker Bezug auf gesellschaftliche Erfordernisse, von Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft bis zu den Anforderungen an sprachliches Handeln in der ärztlichen Niederlassung, von regionsspezifischen Arbeitgeberanforderungen an fachliche Sprachkompetenzen bis hin zu den Mechanismen zweckgeleiteten Sprachausbaus.

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Vorwort

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Die Beiträge zu diesem Band sind aus der Tagung „Fach- und Wissenschafts- kommunikation“ hervorgegangen, die im Rahmen des Ziel 3-/Cíl 3-Projekts Sächsisch-Tschechische Hochschulinitiative (STHI) vom 7. bis 9. Oktober 2010 in Liberec stattfand. In der sächsisch-tschechischen Grenzregion wurde dort den Charakteristika, Grenz- und Überschneidungsbereichen zweier sprachlicher Varietäten nachgegangen, die in der linguistischen Forschung eigentlich erst seit den Arbeiten von Harald Weinrich (1985, 1995) und Konrad Ehlich (1993, 1995) als zwar partiell verwandte, aber doch recht eigenständige Ausprägungen sprach- licher Handlungsformen bekannt sind. Während sich fachliche Varietäten vor allem den Benennungserfordernissen arbeitsteiliger Praxen verdanken (exempl. Lachout in diesem Band, Thielmann 2011), zeichnet sich Wissenschaftssprache darüber hinaus durch – weitgehend disziplinübergreifende – sprachliche Mittel und Verfahren aus, die zum einen als Metasprache alltäglicher Wissenschaftspraxis fungieren (Ehlich 1995) und mit denen zum anderen die Strittigkeit wissenschaftlichen Wissens bearbeitet wird (Ehlich 1993). Zur sprachlichen Bearbeitung dieser essentiellen wissenschaftli- chen Zwecke werden vor allem gemeinsprachliche Mittel in die Pflicht genommen – die Vorstellung von der Einzelsprachenunabhängigkeit wissenschaftlicher Er- kenntnis und ihrer Kommunikation (Widdowson 1979) ist mit dieser Einsicht hin- fällig. Die Spezifik dieser wissenschaftstypischen Funktionalisierungen gemein- sprachlicher Mittel stellt nicht nur Nichtmuttersprachler beim Erlernen einer frem- den Wissenschaftssprache, sondern auch Muttersprachler im Rahmen ihrer wis- senschaftlichen Sozialisation auf eine harte Probe. Vor dem Hintergrund dieser Gegebenheiten befassen sich die Beiträge mit den folgenden drei Gegenstandsbereichen: gesellschaftlichen Implikationen wissenschaftlicher Sprachlichkeit – Didaktik und Methodik der Fach- und Wis- senschaftssprachvermittlung – Fachsprache(n). Zu den Beiträgen...

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