Show Less

In der Grenzregion: Dimensionen fachlicher und wissenschaftlicher Kommunikation

Winfried Thielmann and Helena Neumannová

Die Beiträge zu diesem Band sind aus der Tagung «Fach- und Wissenschaftskommunikation» (Liberec, 7.-9. Oktober 2010) hervorgegangen. In der sächsisch-tschechischen Grenzregion wurde dort den Grenzbereichen zwischen zwei Varietäten nachgespürt, die in der linguistischen Forschung erst seit etwa zwanzig Jahren als unterschiedliche sprachliche Handlungsformen bekannt sind. Kennzeichnend für alle Beiträge – ob systemlinguistisch oder sprechhandlungstheoretisch basiert – ist ein starker Bezug auf gesellschaftliche Erfordernisse, von Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft bis zu den Anforderungen an sprachliches Handeln in der ärztlichen Niederlassung, von regionsspezifischen Arbeitgeberanforderungen an fachliche Sprachkompetenzen bis hin zu den Mechanismen zweckgeleiteten Sprachausbaus.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Didaktik und Methodik der Fach- und Wissenschaftssprachvermittlung

Extract

47 „Aber ich hab‘ doch schon C 1“ – Lehrmaterialien für studienbegleitende Wissenschaftssprachkurse Melanie Moll (München) 1. Einleitung Für die Zulassung zu einem deutschsprachigen Hochschulstudium müssen inter- nationale Studienbewerber in der Regel über „ausreichende“ deutsche Sprach- kenntnisse verfügen, die sie entweder über die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang DSH oder den Test für Deutsch als Fremdsprache TestDaF nachweisen können.1 Studierende, die ein solches Zertifikat (DSH-2 oder Test- DaF4) erworben haben, bewegen sich nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen GER (2009) mindestens auf dem Niveau C1, d. h., sie verfügen über das Niveau der so genannten „kompetenten Sprachverwendung“, das mit der folgenden „Kann“-Bestimmung beschrieben wird: „Kann die Sprache im gesell- schaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen.“ Wenn man diesen Studierenden nun empfiehlt, ihre wis- senschaftssprachlichen Kompetenzen studienbegleitend weiter auszubilden, hört man als DozentIn häufiger die Replik „Aber ich hab‘ doch schon C1“, mit der die Studierenden den Ratschlag, weiterführende Wissenschaftssprachkurse zu besuchen, zunächst nicht für sich in Betracht ziehen. Die Praxis zeigt aber, dass Sprachkenntnisse auf dem Niveau C1 in der Regel noch nicht vollständig ausrei- chen, um fehlerfreie wissenschaftliche Texte zu produzieren oder im mündlichen Seminardiskurs souverän zu bestehen. Vielmehr ist studienbegleitend eine konti- nuierliche, wissenschaftssprachliche Weiterbildung erforderlich. Neben der Be- reitstellung des universitären Kursangebots und der Ausbildung von entspre- chend qualifizierten DozentInnen müssen Lehrmaterialien entwickelt werden, die dem speziellen Bedarf derjenigen gen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.