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Anlegerschutz durch die Regulierung von Investmentvermögen und Corporate Governance

Eine rechtsvergleichende Studie des deutschen und britischen Investmentrechts

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Katja Scharkowski

Zielsetzung der Arbeit ist eine systematische Analyse des Anlegerschutzes im deutschen Investmentrecht, um bestehende Schutzdefizite zu ermitteln und Verbesserungsvorschläge für den Anlegerschutz zu erarbeiten. Dabei werden im Wege der Rechtsvergleichung die deutschen Anlegerschutzregeln mit den Anlegerschutzinstrumenten des englischen Rechts verglichen. Auch die volkswirtschaftlichen und psychologischen Erkenntnisse zum menschlichen Entscheidungsverhalten in wirtschaftlichen Kontexten werden berücksichtigt. Als Ergebnis werden Vorschläge zur Stärkung des Schutzes von Privatkunden bei der Anlage in Investmentvermögen präsentiert, insbesondere ein vertriebsbasiertes Regulierungskonzept, sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance bei KAG und Depotbank.

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2 Grundlagen des Investmentrechts

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2.1 grundlagen des investmentrechts 2.1.1 Hintergrund des Investmentrechts Die ursprüngliche Funktion des Investmentrechts war und ist, Anlegern auch mit kleinem Kapitaleinsatz einen Zugang zum Kapitalmarkt zu er- öffnen,1 ohne sie in vollem Umfang den Gefahren der Anlage am Kapital- markt auszusetzen.2 Investmentvermögen sind daher Kapitalsammelstel- len, deren Kapital durch ein erfahrenes Management nach dem Grundsatz der Risikostreuung in verschiedene Vermögenswerte angelegt wird, um einen möglichst hohen Ertrag für die Anleger zu erzielen.3 Gerade aber Anlageprodukte mit hohen Renditechancen bergen oftmals ein hohes Risi- ko.4 2.1.2 Kollektive Kapitalanlage nach den Grundsätzen der Risikomischung Investmentvermögen sind gemäß § 1 S. 2 InvG Vermögen zur gemein- schaftlichen Kapitalanlage, die nach dem Grundsatz der Risikomischung in Vermögensgegenstände im Sinne des § 2 IV InvG angelegt sind. Eine gemeinschaftliche Kapitalanlage liegt vor, wenn die Vermögensmasse mehr als einen Anleger haben kann.5 Der Begriff „Anleger” wird im InvG nicht 1 Schnyder, in Münchener Kommentar zum BGB, Internationales Kapitalmarktrecht, Rn. 168; Kümpel, Bank- und Kapitalmarktrecht, Rn. 12.2. 2 Beckmann, in Beckmann/Scholtz, Investment, 409 Einleitung, Rn. 1. 3 Vgl. Köndgen in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, § 113 Rn. 1 f.; Kasberg, Steuerliche Aspekte der Investment-Aktiengesellschaft, S. 3; vgl. Beckmann, in Beckmann/Scholtz, Investment 409, Einleitung Rn. 1; so auch Müller, Die Investmentge- sellschaft, S. 13. 4 Boutonnet, Portfolio-Optimierung – Die Mischung macht's, Kurs 2007, S. 38. 5 Vgl. BaFin, Rundschreiben 14/2008, im Kontext von ausländischen Investmentvermögen. 6 grundlagen des investmentrechts definiert. Allerdings lässt er sich historisch...

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