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Fragen des Assessments aus Sicht von Englischlehrkräften

Empirische Annäherungen durch qualitative Inhaltsanalysen

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Sylke Bakker

Die Untersuchung lotet Möglichkeiten und Grenzen einer veränderten Diagnosekultur in einem auf Kompetenzerwerb ausgerichteten Englischunterricht aus. Die zentrale Fragestellung besteht darin, zu erkunden, welche Faktorenkomplexe für Englischlehrkräfte bei ihrem Umgang mit Fragen des Assessments von Bedeutung und Einfluss sind und welche Beschaffenheit diese Konstrukte aufweisen. Die empirische Basis bildet eine qualitative Interviewstudie mit Englischlehrkräften, deren Daten mittels einer adaptierten Form der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Es ließ sich feststellen, dass die Befragten trotz ihres generellen Interesses am Themenkomplex Assessment nur selten ein Instrumentarium nutzen, das kompetenzstufenbezogenes Beobachten, eine Analyse von Aufgabenschwierigkeiten und folglich individuelles Fördern auf der Basis von Kompetenzentwicklungsmodellen zum Ziel hat.

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1. Einleitung

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1.1 Lernen, Lehren und Bewerten vor neuen Horizonten Spätestens seit Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten PISA-Studie (Pro- gramme for International Student Assessment [PISA]) im Jahre 2000 hat die Sicherung und Entwicklung von Unterrichtsqualität an deutschen Schulen enorm an Bedeutung gewonnen. Die Frage, wie das deutsche Schulsystem leistungsfä- higer werden könnte, hat zu Überlegungen auf der Ebene des Systems, aber auch auf der Mikroebene der Lehrerkollegien und der Fachgruppen und nicht zuletzt auf Seiten der Lehrkräfte, Eltern und Schüler geführt. Der Bildungsforscher Fend spricht gar von „kleinen Revolutionen“, die sich „post-PISA“ im Nachdenken über die Ursachen der Leistungsfähigkeit von Bildungssystemen vollzogen hät- ten (Fend 2008: 13). Bedingt durch die föderale Bildungslandschaft in Deutschland, obliegt es den einzelnen Bundesländern, Schulqualität zu sichern und dabei auch wissenschaft- liche Erkenntnisse, etwa zur Kompetenzorientierung, einzubeziehen. In Nieder- sachsen findet die Neuausrichtung des Unterrichts ihren Niederschlag in Doku- menten wie dem Orientierungsrahmen Schulqualität (Niedersächsisches Kultus- ministerium 2006e) und in der Umstellung der „alten“ Rahmenrichtlinien auf neue, an Kompetenzen und Output orientierte Kerncurricula in allen Fächern. Eines der ersten vorliegenden und gültigen Kerncurricula in einem Hauptfach ist das für die Sekundarstufe I im Fach Englisch (Niedersächsisches Kultusministe- rium 2006a), welches für die Sekundarstufe II im Jahre 2010 fortgeschrieben wurde. Länderübergreifend einigte man sich auf kultusministerieller Ebene auf Bildungsstandards für die Fächer Deutsch, Mathematik und die erste Fremdspra- che (Englisch oder Französisch) und...

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