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Die Volksschülerkonzerte in Hamburg 1898-1921

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Elisabeth Seippel

Die Volksschülerkonzerte in Hamburg sind das früheste Beispiel von Konzerten für Schüler. Sie wurden initiiert und getragen von der Lehrervereinigung für die Pflege der künstlerischen Bildung in Hamburg und dem subventionierten Orchester des Vereins Hamburgischer Musikfreunde, die heutigen Hamburger Philharmoniker. Die Konzerte richteten sich an die Kinder der minderbemittelten Bevölkerungsschichten. Der freiwillige Konzertbesuch am Sonntagnachmittag war in den Gesangsunterricht der Volksschule integriert. Die Volksschülerkonzerte sind Teil der reformpädagogischen Bewegung, die Ende des 19. Jahrhunderts von Hamburg ausging und auf ganz Deutschland ausstrahlte. Die Schrift belegt, dass die Erneuerung des Musikunterrichts nicht erst mit der sogenannten Kestenberg-Reform in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts eingesetzt hat. Zugleich verdeutlicht die Studie, dass die reformpädagogische Bewegung neben der Kulturkritik weitere wichtige Wurzeln hat.

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Einleitung

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Das Verhältnis eines historischen Datums zu der h e u t i g e n Weltverfassung ist es also, worauf gesehen werden muß. Friedrich Schiller, WAS HEISST UND ZU WELCHEM ENDE STUDIERT MAN UNIVERSALGESCHICHTE? Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erfreuen sich Konzerte für Kinder wachsender Beliebtheit. Nach Kinder- und Familienkonzerten in Münster, Rem- scheid, Berlin, Bonn, München und Hamburg mit jeweils unterschiedlicher Konzep- tion (Große-Jäger 1978, Gruhn 1986, Große-Jäger 1993, Eberwein 1998) versäumt es ab den achtziger Jahren kaum ein philharmonisches Orchester, Konzerte für Kinder als Nachweis seines kulturellen Engagements durchzuführen. Versuche zur anthropo- logischen, pädagogischen und entwicklungspsychologischen Begründung dieser Kon- zerte stehen noch in ihrem Anfangsstadium (Weber-Krüger 2008, Schneider/Stiller/ Wimmer 2011). Eine besondere Bedeutung für die Gestaltung von Kinderkonzerten kommt der Zu- sammenarbeit von Kulturorchestern und Schulen zu. Die Vermittlung von Musikver- ständnis im Konzert kann den Musikunterricht ergänzen, indem die Schülerinnen und Schüler den Unterrichtsgegenstand Musik an öffentlichen Aufführungsorten direkt erleben. Dadurch werden Kinder- bzw. Schülerkonzerte zu einer Brücke zwischen schulischem Musikunterricht und öffentlichem Musikleben. Hermann Große-Jäger entwickelte ab 1975 ein Konzept von Kinder- und Familienkonzerten, das auf der Zu- sammenarbeit von Orchester und Schule basiert (Große-Jäger 2000). Seit Beginn des 21. Jahrhunderts mehren sich die Beispiele der Zusammenarbeit von Orchestern mit Schulen (Germann 2006). Zwar wird seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts auch in Richtlinien der Konzertbesuch von...

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