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Die Intention betriebswirtschaftlicher Hochschullehrer zur Beeinflussung von Werten

Konzeptionelle Entwicklung und globale empirische Überprüfung

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Dirk Moosmayer

Aus den wirtschaftlichen Turbulenzen des vergangenen Jahrzehnts leitet sich die Frage nach der Verantwortung für die Gestaltung der Wirtschaftslandschaft ab. Die Arbeit untersucht daher, ob betriebswirtschaftliche Hochschullehrer die Werte ihrer Studierenden beeinflussen wollen und entwickelt ein detailliertes konzeptionelles Modell. Zur Modellvalidierung werden deskriptive Analysen, Strukturgleichungsmodelle und Clusteranalysen auf Daten aus einer weltweiten Befragung von 1.741 betriebswirtschaftlichen Hochschullehrern angewendet. Die Analysen zeigen weltweit eine starke Intention zur Wertebeeinflussung, mit besonderer Werteskepsis in Deutschland. Die Unterstützung von Kollegen und Verbänden erwies sich als wichtige Voraussetzung für die Steigerung der Beeinflussungsintention.

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3. Grundlagen des verwendetenWertekonzeptes

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3. Grundlagen des verwendeten Wertekonzeptes Das Verständnis von Werten als Herausbildung interner moralischer Orientie- rung ist ein verhältnismäßig neues Phänomen, welches mit zunehmender Indivi- dualisierung als individuelles Verständnis des Guten neben gesellschaftlich (oder religiös) akzeptierte Vorstellungen von Gut und Böse trat (Edel 1988)31, 32. Werte - Definition (3.1) - Operationalisierung (3.3) - Messung (3.7) Ei ns te l- lu ng en N or m en Abgrenzung (3.2) - Eigene Tätigkeit (4.1) - Unternehmen (4.2) - Studierende (4.3) Anwendungskontexte von Werten in Bezug auf statisch (3.4) dynamisch (3.6) Verhaltenskon- sequenzen (3.5)Determinan- ten von Werten Abb. 2: Theoretische Betrachtungen zu Werten im Kontext dieser Arbeit Im Folgenden sollen zunächst verschiedene Zugänge zu Werten aufgezeigt und der verwendete Wertebegriff abgeleitet werden (Abschnitt 3.1)33. Dieser 31 Die folgenden Ausführungen nehmen insbesondere Bezug auf Hechter (1993), Schwartz (1993) sowie Hitlin und Piliavin (2004). 32 Während sich Werte in den Sozial- und Kulturwissenschaften verhältnismäßig rasch etablierten (z.B. Spates 1983; Joas 1997), erfolgt die Betrachtung von Werten und Wer- tefragen in den Wirtschaftswissenschaften immer noch sehr zurückhaltend (Hechter 1992). 33 Hitlin und Piliavin (2004) stellen fest, dass die empirische, individualpsychologische Werteforschung nahezu bezugslos neben sozialwissenschaftlichen Theorien steht. Au- ßerdem vernachlässigt die neuere soziologische Auseinandersetzung mit Werten (z.B. Hechter 1993; Inglehart und Baker 2000) – die ohnehin eher eine Ausnahme ist (Ho- ward 1995; Schuman 1995) – nützliche individualpsychologische Ansätze. Andererseits gehen auch Psychologen (z.B. Rohan 2000) kaum auf...

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