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Text-Brücken zwischen den Kulturen

Festschrift zum 70. Geburtstag von Bernd Spillner

Edited By Nadine Rentel and Elisabeth Venohr

Diese Festschrift zum 70. Geburtstag von Professor Bernd Spillner enthält Beiträge zu den Themenbereichen Fachsprachen- und Stilforschung, Sprachvergleich, Medienkommunikation und Fremdsprachenerwerb. Der Band bietet weiterhin ein breites Spektrum an Aufsätzen zur relativ neuen linguistischen Teildisziplin der Kulinaristik. Die Frage der Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse steht dabei im Zentrum der einzelnen Aufsätze. Es wird deutlich, dass die Ergebnisse der Forschungen der sprachvergleichenden Perspektive einen wichtigen Beitrag zur Herausbildung interkultureller Kompetenz leisten. Diese stellt eine wichtige Grundlage dar, Brücken zwischen Sprach- und Kulturräumen zu bauen – eine Fähigkeit, die Bernd Spillners Werk in exemplarischer Weise auszeichnet. Zu den Autoren gehören Freunde, Kollegen, Mitarbeiter und Schüler von Bernd Spillner, die die vielseitigen Forschungsinteressen des Jubilars teilweise auch interdisziplinär aufgreifen.

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V. Kulinaristik und Translation

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Ursula Reutner (Passau) Esskultur aus Nord- und Südfrankreich. Von bouillabaisse bis vieux-lille. Über Äquivalente im Deutschen, Italienischen und Spanischen 1 Einleitung Liebhaber und Kenner der Spitzengastronomie – als solchen habe ich Bernd Spillner privat kennengelernt. Als Forscher zu Fachsprachen und Sprachver- gleich war er mir zuvor schon in wissenschaftlicher Hinsicht ein Name. Was liegt also näher, als zu seinen Ehren über kulinarische Termini und ihre Vermitt- lung in unterschiedliche Kulturen zu schreiben? Ausgangspunkt ist dabei ein Film, dessen Ästhetik in besonderem Maße durch Kulturspezifika geprägt ist (vgl. Reutner 2011a/b/c): der erfolgreichste französi- sche Film aller Zeiten, Bienvenue chez les Ch’tis. Ein Südfranzose wird in dieser Komödie in den Norden strafversetzt. Dort stößt er sich zunächst an der pikardi- schen Sprache und an Besonderheiten der regionalen Küche. Doch letztendlich verfolgt der Film das Ziel, den Norden Frankreichs mit seiner Sprache, seinen Bewohnern, seiner Lebensart und damit auch seiner Küche konsequent aufzu- werten. Immer wieder werden nord- und südfranzösische Lebensart inklusive ihrer Mahlzeiten und ihrer Art, diese einzunehmen, einander gegenübergestellt. Im Norden wird immer in gemütlicher und fröhlicher Gemeinschaft gegessen, im Süden in kalten, dafür äußerst gestylten Räumen. Übliche Stereotypen wer- den so ins Gegenteil verkehrt. Speisen und Tischkultur sind in diesem Film also ein ganz wichtiger Spiegel der kulturellen Aussage, die die Filmemacher anstre- ben. Gleichzeitig zeigt sich die zunehmende Akkulturalisierung des südfranzösischen Protagonisten Philippe im Norden auch daran, dass...

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