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Die «Best Execution» im deutschen Wertpapierhandel gemäß § 33a WpHG

Der mit der europäischen MiFID bezweckte Anlegerschutz und seine Berücksichtigung im nationalen Aufsichts- und Haftungsrecht

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Dörthe Imberg

Die Arbeit thematisiert die bestmögliche Auftragsausführung in Wertpapiergeschäften durch die Wertpapierdienstleistungsunternehmen gemäß § 33a WpHG. Für mögliche Pflichtverstöße und ihre Folgen wird das Verhältnis von Zivil- und Aufsichtsrecht beleuchtet, das auch nach Umsetzung der europäischen Finanzmarktrichtlinie unklar ist. Durch rechtsgebietsübergreifende Auslegung und Begutachtung der Rechtsprechung zum Schutzgesetzcharakter einer WpHG-Norm kommt die Autorin zu einem abhängig vom Haftungssubjekt differenzierten Ergebnis hinsichtlich der Gefahr einer vertraglichen und deliktischen Haftung. Sie entwickelt Muster-Ausführungsgrundsätze zur Erzielung eines effektiven Anlegerschutzes als zugleich wettbewerbliche Chance für die Unternehmen zur Stärkung des Vertrauens in die Finanzmärkte.

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7. Kapitel: Business Process Outsourcing – BPO

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A. Auslagerung der Best Execution-Anforderungen auf externe Dienstleister Wesentliches Anwendungsbeispiel für das sog. Business Process Outsourcing (BPO)1593 ist die Auslagerung der Best Execution-Verpflichtung der Finanzdienstleister.1594 Die Bedeutung der einzelnen Player in der Wertschöpfungskette, namentlich Banken, Investo- ren und Service Provider, hat sich durch eine verstärkte Auslagerung der Pflicht der Best Execution verschoben1595 und zu einem „Umbruch der Wertpapierlandschaft“ geführt.1596 Eine Möglichkeit der Auslagerung der Best Execution-Anforderungen ist in der Form der Weiterleitung von Kundenaufträgen an Dritte zur Ausführung in Art. 20 MiFID aus- drücklich vorgesehen. Für Wpdu, die ausschließlich1597 Aufträge ihrer Kunden an Dritte zur Ausführung weiterleiten und/oder Finanzportfolioverwaltung betreiben1598, ohne die Aufträge oder Entscheidungen selbst auszuführen, gelten gem. § 33a Abs. 8 WpHG die Absätze 1 bis 7 entsprechend.1599 Auch bei der Weiterleitung der Order an Dritte zur Ausführung sind die Unternehmen daher dazu verpflichtet, die Aufträge bestmöglich auszuführen.1600 Ein Grund für die Auslagerung der Best Execution-Verpflichtung ist, dass die externen Dienstleister umfassend über Daten und qualitativ bessere Analysemöglichkeiten von Marktveränderungen verfügen.1601 Insbesondere im Hinblick auf kleine Wpdu wird daher vertreten, dass die Auslagerung zu einem höheren Anlegerschutzniveau führen kann.1602 Weiterer Grund für die Auslagerung ist, dass sich einige Front Offices der Banken beim Zusammenarbeiten insbesondere mit ausländischen Börsen und OTC-Märkten „schwer 1593 Klanten in FS Schwark, 2009, 487, 489 f. zu den vielfältigen Anwendungsfeldern im Bereich Wertpapierabwicklung. 1594...

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