Show Less

Produktplatzierung und duales Rundfunksystem

Die neue Rechtslage nach Inkrafttreten des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrags

Series:

Dominik Herzog

Die rechtliche Behandlung von Produktplatzierungen in Deutschland hat sich mit Inkrafttreten des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrags am 1. April 2010 geändert. Danach sind Produktplatzierungen in gesetzlich näher konkretisierten Ausnahmefällen nunmehr zulässig. Der Rundfunkstaatsvertrag in der Fassung des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrages regelt die Zulässigkeit der Produktplatzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits und im privaten Rundfunk andererseits unterschiedlich streng. Die Arbeit untersucht dieses Anforderungsgefälle vor dem Hintergrund des dualen Rundfunksystems und zeigt, dass das rundfunkrechtliche Regelungsgefälle zulasten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Ergebnis begründet ist.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

F. Zusammenfassung

Extract

I. Produktplatzierung und RStV Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Sonderwerbeform der Produktplatzie­ rung; die Arbeit beschäftigt sich dabei schwerpunktmäßig mit den rechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen von Produktplatzierungen innerhalb des dualen Rundfunksystems in Deutschland.847 Der grundlegende Unterschied zu klassi­ scher Werbung, welche im Rahmen von Werbeblöcken ausgestrahlt wird, liegt insbesondere darin, dass bei der Produktplatzierung zunächst keine klare Tren­ nung von Programm und Werbung erfolgt, sondern vielmehr Programm und Werbung sich wechselseitig durchdringen. Die rechtliche Behandlung von Produktplatzierungen in Deutschland hat sich mit Inkrafttreten des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrags am 1. April 2010 ge­ ändert.848 Während nach alter Rechtslage Produktplatzierungen und Schleich­ werbung ausnahmslos unzulässig waren, sind nach nunmehr geltendem Recht Produktplatzierungen im Rahmen der gesetzlich festgelegten Ausnahmefälle zu­ lässig. Dabei gehen die neuen Regelungen zur Zulässigkeit von Produktplatzie­ rungen auf die Umsetzung der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste („AVMD-Richtlinie“) zurück, welche am 19. Dezember 2007 in Kraft trat.849 Mit der entsprechenden Anpassung der Rechtslage in Deutschland wurde nicht zuletzt der tatsächlichen Entwicklung des Marktes im Bereich von Pro­ duktplatzierungen Rechnung getragen. Denn trotz des bislang geltenden Verbots von entgeltlichen Platzierungen bzw. Schleichwerbung im Rundfunk hatte sich bereits in der Vergangenheit im Rundfunk ein eigener Markt für Produktplatzie­ rungen entwickelt.850 Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass für die im Rahmen der Umsetzung von Produktplatzierungen Beteiligten, namentlich Pro­ duzenten, die werbetreibende Industrie sowie die Werbebranche, in erster Linie - insbesondere finanzielle - Vorteile in Aussicht stehen.851 847...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.