Show Less

Intertextualität in der lusophonen Literatur

Ein Blick auf Fernando Pessoa und Clarice Lispector

Series:

Claudia Piechocki

Der portugiesische Autor Fernando Pessoa und die brasilianische Autorin Clarice Lispector prägen die literarische Moderne. Die Untersuchung der von ihnen gewählten Sujets lässt viele Parallelen erkennen. Pessoa wie Lispector erheben die Seelenvielfalt, den Ich-Zerfall und die Entpersönlichung zu den Themen ihrer Lyrik bzw. Prosa. Vor allem Lispectors Erstlingsroman, Nahe dem wilden Herzen, weist diese Charakteristika auf. Aus einer intertextuellen Analyse von Lispectors Roman und Pessoas drei wichtigsten Heteronymen, Alberto Caeiro, Ricardo Reis und Álvaro de Campos, resultieren zwei Gemeinsamkeiten: Das Dreieck, das als intertextuelles Muster auftritt, und architextuelle Referenzen im Sinne Gérard Genettes.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

9. Anhang

Extract

9.1. Übersetzung der Zitate aus Nahe dem wilden Herzen Die Übersetzung der in dieser Arbeit verwendeten Zitate aus Perto do Coração Selvagem wurden folgender Fassung entnommen: Lispector, Clarice: Nahe dem wilden Herzen. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Ray- Güde Mertin. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1987. Zitat 123 / Seite 34 (In der deutschen Übersetzung auf S. 132) Es kam ihr der Gedanke: ich bin die sanfte Welle, die nur das Meer als Raum hat, ich werfe mich, gleite, schwebe, lachend, gebend, schlafend, aber weh mir, immer in mir, immer in mir. Von wem stammte das? Als Kind einmal gelesen? Ausgedacht? Da fiel es ihr plötzlich ein: gerade eben hatte sie es gedacht, vielleicht, bevor sie ihren Arm auf Octavios gelegt hatte, vielleicht gerade als sie hatte schreien wollen… Immer mehr wurde alles zur Vergangen- heit… Zit. 137 / S. 37 (Dt. Üb. S. 28) Oh Gott. Das, ja, das war es: wenn es Gott gäbe, dann hätte er wohl diese Welt, die so über- trieben sauber war wie ein Haus an einem Samstag, in dem Ruhe herrschte, kein Staub lag und es nach Seife roch, ganz unvermittelt verlassen. Zit. 159 / S. 45 (Dt. Üb. S. 9) Hühner-die-nicht-wissen-daß-sie-sterben-werden. Zit. 162 / S. 46 (Dt. Üb. S. 12) Sie würde nie zugeben, auch Papa gegenüber nicht, daß sie „das Ding“ nie fassen konnte. Alles, was besonders wichtig war, konnte sie eben nicht erzählen. Sie redete nur dummes Zeug mit den anderen....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.