Show Less

Kinder, Kinder!

Vergangene, gegenwärtige und ideelle Kindheitsbilder

Edited By Dominik Becher and Elmar Schenkel

Kinder treiben uns um. Sie gehören zum menschlichen Leben wie der Tod und die Liebe, ja sind geradezu deren Konsequenz. Betrachtet man ihren Platz in der Gesellschaft, so offenbaren sie sich als Spiegel unserer selbst. Die Analysen vergangener, gegenwärtiger und ideeller Kindheitsbilder in diesem Band stammen aus dem Leipziger studium universale zum Thema Kindheiten sowie der Leipziger Universitätsvesper unter dem Motto Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... aus dem Jahr 2012. Durch diese Konstellation treffen sakrale und säkulare Perspektiven aufeinander und reflektieren ein für viele Kindheitsbilder zentrales Spannungsfeld. Insgesamt 22 Artikel und Thesen aus unterschiedlichen Disziplinen repräsentieren einen großen Ausschnitt aus der gegenwärtigen Kindheitsforschung. Literarische, didaktische, religiöse Fragen stehen im Vordergrund, aber auch Medizin, Ethnologie und Geschichte kommen zu Wort. Durch die dargestellte Themen- und Methodenvielfalt soll der Band das Thema Kindheit als wertvollen Forschungsgegenstand weiter bestärken.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

II. Erziehung

Extract

77 ERNST PETER FISCHER Aufklärung und Geheimnis Vorschläge für eine Bildung, die Mut zu Fragen hat „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Wissenschaft und Kunst steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge ist erloschen.“ (Albert Einstein. Mein Weltbild. 12.) Man wird „nicht sagen dürfen, dass die Physik die Geheimnisse der Natur wegerkläre, sondern dass sie sie auf tieferliegende Geheimnisse zurückführe“. (Carl Friedrich von Weizsäcker. Zum Weltbild der Physik. 20.) Aufklärung beginnt mit einem lockenden Geheimnis und liefert stets ein neues, das ebenso fasziniert. Der Gebrauch des eigenen Verstandes wandelt verwunder- liche Phänomene, über die Menschen früher noch staunen konnten – etwa die Farben des Laubes im Herbst –, in mysteriöse Erklärungen um, über die eher noch mehr staunen kann, wer sich ernsthaft auf sie einlässt, was sich in dem Beispiel deshalb lohnt, da es vom Sterben von Blättern handelt. Das doppelte Geheimnis, das in der Natur und ihrer Erklärung steckt, wird im Verlauf dieses Buches mit Hilfe der dazugehörigen Wissenschaft vorgeführt und nachgeprüft, und zwar mit Folgen. Denn wenn Menschen bei ihrer erstaunlichen Suche nach Wissen und der ihm angemessenen Wahrheit die durchgängig geheimnisvoll bleibende Of- fenheit ihres Bemühens erfahren und sich auf diese Weise entzücken lassen und verzaubert werden,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.