Show Less

Rechtsprobleme der nichtehelichen Lebensgemeinschaft in Deutschland sowie in Polen

Ein Rechtsvergleich

Series:

Wioleta Woronowicz

Die Rechtsprobleme der nichtehelichen Lebensgemeinschaft in Deutschland sowie in Polen stellen sich in den benachbarten Ländern gleichermaßen. Doch es gibt zum Teil große Unterschiede beim historisch entwickelten Eheverständnis und somit auch dem Verständnis über diese «neuere Form» des Zusammenlebens. Greifen in Polen noch stärkere konservative Mächte, etwa die katholische Kirche, so ist diese neue überkommene Form des Zusammenlebens in Deutschland bereits salonfähig und keineswegs gesellschaftlich in Frage gestellt. Das Arbeitsthema bot also gerade Anlass dazu sich erstmals mit dieser Fragestellung im Rahmen einer Rechtsvergleichung auseinanderzusetzen, um die Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten herauszustellen und im Gesamtkontext der Problemstellung historisch, gesellschaftlich und auch rechtlich zu bewerten, wobei der vorrangige Blick klar der vergleichenden Gesetzesanalyse geschuldet ist.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 3 – Vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten der Partner

Extract

I. Verträge und Ansprüche der nichtehelichen Lebensgemeinschaften im deutschen Recht 1. Verträge und gesetzliche Ansprüche bestehender nichtehelicher Lebensgemeinschaften Zu unterscheiden ist die nichteheliche Lebensgemeinschaft von der Ehe und der Lebenspartnerschaft. Bei der Ehe handelt es sich um eine rechtliche Bindung auf Lebenszeit zwischen Mann und Frau. Die Lebenspartnerschaft stellt eine „gleichgeschlechtliche Ehe“ dar. Demgegenüber wollen die Partner der nicht- ehelichen Lebensgemeinschaft gerade keine rechtliche Bindung. Die Formen nichtehelicher Lebensgemeinschaften sind mannigfach. Bei jungen Leuten wird zunehmend die Ehe auf Probe praktiziert, um Frühschei- dungen zu vermeiden. Die Nichteheliche Lebensgemeinschaft kann aber auch eine Alternative für Paare sein, die grundsätzlich nie heiraten wollen oder auf- grund schlechter Scheidungserfahrung nicht ein zweites Mal heiraten wollen, oder dass einer oder beide noch anderweitig verheiratet sind. 1.1. Vertragliche Ansprüche Das Nichtwollen einer rechtlich dauerhaften Bindung für das Zusammenleben bedeutet aber nicht, dass sie im rechtsfreien Raum leben. Die Partner können einzelne Fragen durch Vertrag regeln oder auch einen umfassenden Vertrag über ihr Zusammenleben schließen. Vor allem im Hinblick auf die vermögensrechtli- chen Fragen wird dies in Betracht kommen.358 Für Partnerschaftsvereinbarungen als solche bestehen keine Formvorschrif- ten. Die Einhaltung einer bestimmten Form ist deshalb nur dann erforderlich, wenn sie sich aus allgemeinen Vorschriften ergibt.359 Vertragliche Regelungen sind beschränkt auf wirtschaftliche und ver- mögungsrechtliche Angelegenheiten. Der Abschluss unterhaltsrechtlicher Ver- 358 Herbert Grziwotz, Partnerschaftsvertrag für die nichteheliche und nicht eingetragene Le- bensgemeinschaft. 359 Wolfram Waldner, Eheverträge, Scheidungs- und Partnerschafts-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.