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Sonne, Mond und Ferne

Der Weltraum in Philosophie, Politik und Literatur

Elmar Schenkel and Kati Voigt

Vor gut einem halben Jahrhundert hat der Weg der Menschen in den Weltraum begonnen. Dieser Eintritt ins All wird in diesem Band aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Wissenschaftsgeschichte und Philosophie, Ideologiekritik und Kulturwissenschaften schauen auf den politischen Wettlauf ins All, die Rolle der Astronomie in der Schule oder die ersten Aliens in der Science Fiction, auf Schwarze Löcher und deren kulturelle Begleitmusik. Als Stimme aus der Praxis rundet ein Interview mit Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, den reichhaltigen Band ab.

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CLAUDIA DUPPÉ: Schwarze Löcher zwischen Science und Fiction. Oder das kosmische Grinsen der Cheshire-Katze

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CLAUDIA DUPPÉ Schwarze Löcher zwischen Science und Fiction. Oder das kosmische Grinsen der Cheshire-Katze Der Stern verschwindet wie eine Cheshire-Katze, nur das Grinsen – das heißt die Schwerkraft – bleibt zurück. (Gregory Benford Eater) 1865 wurde Lewis Carolls Alice’s Adventures in Wonderland1 veröffentlicht, ein Buch, das viele aus Kindertagen kennen. Jedoch reicht seine kulturgeschicht- liche Bedeutsamkeit schon seit seiner Publikation über den begrenzten Raum eines Kinderzimmers hinaus, nicht nur weil es sich sowohl an Kinder als auch an erwachsene Leser richtete (Lundin 41), sondern auch aufgrund der weniger bekannten Tatsache, dass sein Autor ein angesehener Mathematiker war (Gray). Nebst vielen Paradoxa begegnet uns in diesem Buch die ‚Cheshire Katze’ – im deutschsprachigen Raum besser bekannt als ‚Grinsekatze’ – ist es doch jene Aktivität, das Grinsen nämlich, das sie kurzzeitig sichtbar macht. Sie ist eigent- lich immer da, nur eben nicht direkt lokalisierbar, eine Eigenschaft, die sie mit einem Schwarzen Loch gemein hat. Auch das Schwarze Loch ist immer da, er- schließt sich uns jedoch nur indirekt. Dieser Vergleich mag zunächst ein wenig willkürlich erscheinen, handelt es sich doch um ein astrophysikalisches Phäno- men und nicht um die Figuren eines Kinderbuches. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass gerade Alice im Wunderland ein bedeutendes Glied in der kulturgeschichtlichen Bilderkette ist, die sich wie Efeu um dieses astro- physikalische Phänomen rankt. Das Bild des Schwarzen Lochs, oder präziser, die Geschichte des Bildes des Schwarzen Lochs hat sowohl natur- als auch kulturwissenschaftliche Wurzeln. Dies mag...

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