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Sonne, Mond und Ferne

Der Weltraum in Philosophie, Politik und Literatur

Elmar Schenkel and Kati Voigt

Vor gut einem halben Jahrhundert hat der Weg der Menschen in den Weltraum begonnen. Dieser Eintritt ins All wird in diesem Band aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Wissenschaftsgeschichte und Philosophie, Ideologiekritik und Kulturwissenschaften schauen auf den politischen Wettlauf ins All, die Rolle der Astronomie in der Schule oder die ersten Aliens in der Science Fiction, auf Schwarze Löcher und deren kulturelle Begleitmusik. Als Stimme aus der Praxis rundet ein Interview mit Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, den reichhaltigen Band ab.

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FINN HARDER: Zwei Schriftsteller durchqueren den Weltraum. Douglas Adams und Olaf Stapledon

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FINN HARDER Zwei Schriftsteller durchqueren den Weltraum. Douglas Adams und Olaf Stapledon Aussagen über den Weltraum beziehen ihren Reiz daraus, dass jemand über ein Gebiet spricht, von dem er einen absurd winzigen Bereich einnimmt. Der wis- senschaftliche Beobachter rechnet die Ergebnisse seiner hochsensiblen Signal- empfänger hoch und vertraut dabei dem kosmologischen Prinzip, dass er keinen bevorzugten, sondern einen repräsentativen Standpunkt innehat (Meurers 179f.). Forschungsreisen in das Weltall gestalten sich aufwendig und unbe- friedigend: Da das Universum ziemlich groß und ziemlich leer ist, reist man außerordentlich lange in ihm herum und stößt dabei auf außerordentlich wenig und legt dabei auch im rasantesten Tempo nur verschwindend geringe Teil- strecken zurück. Um sich der Lichtgeschwindigkeit asymptotisch anzunähern, wäre in der Regel ein ungeheurer Materialeinsatz bis hin zur Verpuffung einer ganzen Galaxie erforderlich, zugleich wäre ein Astronaut, vorsichtig formuliert, ziemlichen Belastungen ausgesetzt – ein Einwand, der auch für die ausge- dachten Abkürzungen, vierdimensionalen Faltungen in Raum/Zeit, Einstein- Minkowsky-Tunneln, Warpantrieben, Wurmlöchern und dergleichen gilt (Gott 47ff.). Selbst der nach Überwindung aller Schwierigkeiten als Lohn winkende vorgezogene Ruhestand in Form der mit Eintritt in die Lichtgeschwindigkeit einsetzenden Alterslosigkeit würde nicht genügend Zeit gewähren, da der Kosmos doppelt so breit wie alt ist. Zum Glück gibt es jedoch Schriftsteller, die mit Hilfe ihrer antriebsstarken Phantasie der normativen Schwerkraft des Faktischen entkommen. Sie reisen sogar schneller als das Licht und haben dennoch Zeit – und den erforderlichen Aggregatzustand –, ihre Erlebnisse zu berichten. Zwei solcher...

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