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Sterbeorte in Deutschland

Eine soziologische Studie

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Michaela Thönnes

Sterben ist ein sozialer Prozess, der in Abhängigkeit vom Sterbeort sehr unterschiedlich verläuft. Das Buch will anhand einer umfassenden Darstellung des soziologischen Forschungsstands die Wissenslücken um die Sterbeorte aufdecken und schließen. Um zu verstehen, wie unterschiedlich Sterben an verschiedenen Orten determiniert ist, wurden qualitative Interviews mit Angehörigen durchgeführt, die Sterbende begleitet hatten. Welche Vorstellungen, welches Wissen und welche Einstellungen gegenüber den verschiedenen Sterbeorten liegen in der Gesellschaft vor? Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Komplexität der sozialen Abläufe im Sterbeprozess, welche sich aus Kommunikation, Emotionalität, Wünschen und Zielen ergeben.

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Einleitung

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Beiträge der Medien um Fragen und Diskussionen zur Sterbehilfe, Pallia- tivmedizin, Hospizbewegung und im Umgang mit Patientenverfügungen verdeutlichen die Aktualität des Themas Sterben in der Gesellschaft (vgl. Zielke 2008, Claussen 2009, Liebs 2009). Aus Sicht der Soziologie ist es auffallend, dass Sterben vor allem ein Themenfeld anderer wissenschaftli- cher Disziplinen wie z.B. der Rechtswissenschaft, der Medizin, der Psy- chologie, der Geschichtswissenschaft oder der Theologie ist. Warum Sterben auch im soziologischen Diskurs nicht fehlen darf, ergibt sich nicht nur aus dem Umstand, dass in jeder einzelnen Person oft unter- schiedliche Vorstellungen von dem bestehen, wie diese Person Sterben für sich oder für andere als ideal oder nicht ideal einschätzt. Sterben wird in seiner Qualität an dem körperlichen Zustand und der Beherrschung von Schmerzen und anderer Krankheitssymptome bemessen. Ebenso wirken die wahrgenommenen sozialen Umstände, in welcher Umgebung und mit welchen Menschen die Person stirbt oder sterben möchte, auf das Bild und somit auf den Entscheidungsprozess des Sterbens. Dies sind soziale Themenfelder des Sterbens und somit genuin soziologische Fragestellungen, deren Untersuchung einen Einblick in normative Wert- vorstellungen einer Gesellschaft vermitteln wird. Die vorliegende Studie widmet sich einer soziologischen Betrachtung der Einstellung zum Ster- beort Nahestehender und will an soziologische Beiträge von Hahn (1968, 1995, 2000, 2002), Glaser und Strauss (1974, 2007 [1968]), Ochsmann et al. (1997) und Walter (1994) anschließen. Hahns Untersuchungen (1968) zu „Einstellungen zum Tod und ihre soziale Bedingtheit“ in den 1960er Jahren sowie die Erkenntnisse zur „Demographie des...

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