Show Less

Sterbeorte in Deutschland

Eine soziologische Studie

Series:

Michaela Thönnes

Sterben ist ein sozialer Prozess, der in Abhängigkeit vom Sterbeort sehr unterschiedlich verläuft. Das Buch will anhand einer umfassenden Darstellung des soziologischen Forschungsstands die Wissenslücken um die Sterbeorte aufdecken und schließen. Um zu verstehen, wie unterschiedlich Sterben an verschiedenen Orten determiniert ist, wurden qualitative Interviews mit Angehörigen durchgeführt, die Sterbende begleitet hatten. Welche Vorstellungen, welches Wissen und welche Einstellungen gegenüber den verschiedenen Sterbeorten liegen in der Gesellschaft vor? Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Komplexität der sozialen Abläufe im Sterbeprozess, welche sich aus Kommunikation, Emotionalität, Wünschen und Zielen ergeben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Forschungsdesign

Extract

Im Folgenden werden Grundlagen qualitativer Befragungen vorgestellt. Für die Entdeckung neuer Sachverhalte im Zusammenhang mit der Ent- scheidung für einen Sterbeort wurde ein exploratives Forschungsdesign gewählt. Hierzu zählen das problemzentrierte Interview (Kapitel 5.1) sowie das Auswertungsverfahren der Grounded Theory (Kapitel 5.2). Daran anschließend werden in Kapitel 5.3 die methodischen Elemente ‚Fallauswahl‘ und ‚Datenerhebung‘ beschrieben. Die Beschreibung des Gegenstands und des Ziels dieser Studie (Kapitel 5.4) sowie die For- schungsfragen, die diese Studie leiten (Kapitel 5.5) bilden Brücken zu den in Kapitel 6 aufgeführten Ergebnissen der Studie. 5.1 Das problemzentrierte Interview Das problemzentrierte Interview ist ein theoriegenerierendes Verfahren, welches eine Offenheit gegenüber dem Forschungsfeld durch den Wech- sel von induktiven und deduktiven Vorgehen beibehält (vgl. Witzel 2000: 2, Schmidt-Grunert 1999).33 Das problemzentrierte Interview wurde als qualitatives Verfahren der Erhebung und Interpretation von Daten ent- wickelt, um tatsächlich die originären Handlungs- und Bewusstseinspro- zesse der Befragten zu erfassen. Es ist an das Verfahren der Grounded Theory angelehnt, um die Kritik an einer hypothetisch-deduktiven Vor- gehensweise aufzulösen, aufgrund derer man Daten nur durch ex ante 33 Mit seiner Dissertation „Verfahren der qualitativen Sozialforschung – Über- blick und Alternativen“ liefert Witzel eine grundlagentheoretische Position der interpretativen Sozialforschung, in der aufbauend auf der Ethnomethodologie und dem Symbolischen Interaktionismus seine Kritik der institutionalisierten quantitativen Forschungsmethodologie zum Tragen kommt (vgl. Witzel 1982: 7f.) Witzel nahm die Feststellung, dass die einzelnen Erhebungsformen, wie der standardisierte Fragebogen oder das narrative Interview von Schütze als normierte Datenermittlung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.