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Handbuch zur Geschichte der demokratischen Bewegungen in Zentraleuropa

Von der Spätaufklärung bis zur Revolution 1848/49

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Edited By Helmut Reinalter

Dieses Handbuch entstand aus einem Projekt der Innsbrucker Forschungsstelle «Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850» an der Universität Innsbruck. Es wurde im Rahmen des Privatinstituts für Ideengeschichte fortgeführt und abgeschlossen. Als Nachschlagewerk und Hilfsmittel spricht es besonders Studierende der Geschichte und Politikwissenschaft an. Wesentliches Ziel dieses Handbuchs ist eine übersichtliche Darstellung über die Anfänge und die frühe Entwicklung der demokratischen Bewegungen in Zentraleuropa.

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III. Restauration und Vormärz

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204 205 HELMUT REINALTER Julirevolution in Frankreich 1830 und ihre Wirkungen Die politische Krise in Frankreich vor 1830 führte zum Ausbruch einer Revolu- tion, die über die Grenzen Frankreichs hinaus in Mitteleuropa Wirkungen her- vorrief. Ihre Ziele und Ursachen waren unterschiedlich, wie auch die Sozial- struktur ihrer Trägergruppen. Zentrale Ursachen waren die starken politischen Spannungen, die deutlich darauf hinwiesen, dass die in der französischen Gesell- schaft vorhandenen Auffassungen über die künftige politische Herrschaftsord- nung weit auseinanderliefen. Der König und die Royalisten wollten die politi- sche Macht des Monarchen stärken, während die breite Opposition für ein Regie- rungssystem eintrat, in dem die Regierung zwar nicht unbedingt vom Parlament gewählt werden sollte, für die Parlamentsmehrheit aber annehmbar sein musste. Die Opposition, die sich stark für eine Parlamentarisierung einsetzte, bestand je- doch nicht aus einem einheitlichen Block. Eine kleine Gruppe bildeten die Re- publikaner, die allerdings in der Julirevolution eine relativ geringe Rolle spielten. Die bonapartistische Strömung, die ein intensives Interesse an der Revolution von 1789 und am napoleonischen Kaiserreich hatte, erzielte während der Julire- volution ein zunehmendes Echo, blieb aber ein oppositionelles Sammelbecken ohne populäre Führungspersönlichkeit. Eine starke Opposition ging von den Li- beralen aus, die sich mit politischen Organisationen auch außerparlamentarische Unterstützung schufen. Sie beteiligten sich allerdings nicht an den Straßenkämp- fen. Die Verfassungsrevision und der Thronwechsel bewirkten zwar das Ende der Julirevolution, die politische Stabilität in Frankreich konnte aber...

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