Show Less

Handbuch zur Geschichte der demokratischen Bewegungen in Zentraleuropa

Von der Spätaufklärung bis zur Revolution 1848/49

Series:

Edited By Helmut Reinalter

Dieses Handbuch entstand aus einem Projekt der Innsbrucker Forschungsstelle «Demokratische Bewegungen in Mitteleuropa 1770-1850» an der Universität Innsbruck. Es wurde im Rahmen des Privatinstituts für Ideengeschichte fortgeführt und abgeschlossen. Als Nachschlagewerk und Hilfsmittel spricht es besonders Studierende der Geschichte und Politikwissenschaft an. Wesentliches Ziel dieses Handbuchs ist eine übersichtliche Darstellung über die Anfänge und die frühe Entwicklung der demokratischen Bewegungen in Zentraleuropa.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

IV. Revolution 1848/49

Extract

288 289 WOLFRAM SIEMANN Ziele und Zentren der Revolution Ziele 1. Die vormärzliche Freiheitsbewegung – gemeinsam gegen das „Metternichsche System“ Die Revolution von 1848/49 war die letzte gemeineuropäische seit der ‚Großen‘ von 1789 und den nachfolgenden Erhebungen im südeuropäischen Raum in den frühen 1820er Jahren sowie der Pariser Julirevolution von 1830. Historiker der damaligen jungen Zeitgeschichtsschreibung hatten ein Bild konzentrisch sich erweiternder Kreise vor Augen: Es war die Vision Europas und letztlich der Welt auf dem gesetzmäßig anmutenden Weg zu mehr Freiheit und wachsender demo- kratischer Teilhabe der ‚Massen‘. „Die Emanzipation aller Gedrückten und Leidenden ist der Ruf des Jahrhunderts“,1 das schrieb im Jahre 1853 nicht etwa Karl Marx, sondern der liberale Heidelber- ger Historiker Georg Gottfried Gervinus in seiner „Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts“. Gesetzmäßig erschien diese Entwicklung, weil sich der Radius der revolutionären Erhebungen zwischen 1789 und 1848 fort- schreitend erweiterte und nahelegte, auf das beschriebene Ziel hinzuführen. Streng genommen hätte die nachfolgende Revolution noch das mächtige Zaren- reich im Osten erfassen müssen. Außerdem verbreiterte sich nach dieser Analyse auch die gesellschaftliche Basis der Revolutionen, die von dem Widerstand des Adels in den französischen Generalständen ausgegangen war und danach Bürger, Bauern, die „handarbeitenden Massen“ und schließlich auch die Ärmsten der Armen, das ‚Proletariat‘, kurzum: die Massen ergriffen habe. Wie in einem ge- genläufigen Prozess blieb aber das weibliche Geschlecht überall dort zunehmend ausgegrenzt, wo der B...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.