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Von «Die Tartarn in Ungarn» bis zu «Moderne Helden»

Ungarisch-deutsche Dramenübersetzungen in der Habsburgermonarchie und ihre Ungarnbilder

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Zita Veit

In der deutschsprachigen Literatur bildete sich Anfang des 19. Jahrhunderts ein romantisches Ungarnbild heraus, das mit der Trias Liebe, Wein und Freiheit beschrieben werden kann. Inwieweit diese Wahrnehmungs- und Repräsentationsschemata in den ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen der Habsburgermonarchie unterstützt bzw. mitkonstruiert wurden, zeigt die Analyse der Peritexte dieser Übersetzungen. Auch das Korpus der publizierten ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen des 19. Jahrhunderts wird erarbeitet, wobei die Übersetzer und Übersetzerinnen sowie ihr Umfeld ebenso erforscht werden. Diese Forschungsarbeit zeigt die Wurzeln einer noch immer aktuellen Wahrnehmung Ungarns auf und untersucht die Rolle der Übersetzungen in asymmetrischen Machtverhältnissen zwischen Kulturen.

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3. Skizzen zum ungarischen literarischen Feld des 19. Jahrhunderts

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Im Bourdieu’schen Sinne sind für die Entstehung des literarischen Feldes drei Faktoren sowie deren Wechselwirkungen unerlässlich: ein Markt, „freie“, auf ihn spezialisierte Autoren sowie Instanzen, die Wertzuschreibungen vornehmen können. Es ist angebracht, von Skizzen zu sprechen, denn die Marktsituation und gerade die Mittel, mit denen Wert zugeschrieben wird, aber auch die sozio- logische Analyse der Verbindungen zwischen Akteuren und ihren Werken wür- de tiefgehende gesonderte Untersuchungen erfordern. Für dieses Kapitel werden in erster Linie Werke von Klaniczay, Konstanti- nović/Rinner und Imre herangezogen. Die Literaturgeschichte Mitteleuropas von Konstantinović und Rinner (2003) ist komparatistisch und basiert großteils auf dem von Klaniczay herausgegebenen Handbuch der ungarischen Literatur (1977). Dieses Handbuch – wenn auch nicht das neueste – ist detailliert und be- inhaltet bereits vergleichende literarische Untersuchungen, Analysen zur Litera- turkritik und -geschichte sowie der Einflüsse der westeuropäischen auf die unga- rische Literatur. Zur zweiten Hälfte der untersuchten Periode ist das Buch von Imre, Nagy und Varga A magyar irodalom története 1849-től 1905-ig (Die Ge- schichte der ungarischen Literatur von 1849 bis 1905) (2004) hervorzuheben. Trotz einiger Details reicht es jedoch in der Art der Aufarbeitung der literari- schen Prozesse nicht an das Handbuch von Klaniczay heran, denn im Handbuch werden nicht einfach Gattungen und Literaten aneinandergereiht, sondern die Literaturgeschichte wird im Zusammenhang mit politischen und ökonomischen Ereignissen und Prozessen erläutert, die Kritik und Literaturgeschichtsschrei- bung sowie deren wichtigsten Akteure dargestellt. Dem ungarischen Komparatisten Szegedy-Maszák (2003:10) zufolge gehö- ren...

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