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Von «Die Tartarn in Ungarn» bis zu «Moderne Helden»

Ungarisch-deutsche Dramenübersetzungen in der Habsburgermonarchie und ihre Ungarnbilder

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Zita Veit

In der deutschsprachigen Literatur bildete sich Anfang des 19. Jahrhunderts ein romantisches Ungarnbild heraus, das mit der Trias Liebe, Wein und Freiheit beschrieben werden kann. Inwieweit diese Wahrnehmungs- und Repräsentationsschemata in den ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen der Habsburgermonarchie unterstützt bzw. mitkonstruiert wurden, zeigt die Analyse der Peritexte dieser Übersetzungen. Auch das Korpus der publizierten ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen des 19. Jahrhunderts wird erarbeitet, wobei die Übersetzer und Übersetzerinnen sowie ihr Umfeld ebenso erforscht werden. Diese Forschungsarbeit zeigt die Wurzeln einer noch immer aktuellen Wahrnehmung Ungarns auf und untersucht die Rolle der Übersetzungen in asymmetrischen Machtverhältnissen zwischen Kulturen.

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6. Analyseinstrumentarium

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Wie Gérald Genette in der Einleitung seines Werkes Paratexte beschreibt, „müssen [wir] zumindest prinzipiell festhalten, dass jeder Kontext als Paratext wirkt“ (Genette 1989:15). Um Paratexte in translationssoziologische Untersu- chungen einbeziehen zu können, ist, wie auch in Genettes Monographie ausge- führt wird, die Reduktion dieser Aussage auf einige Elemente erforderlich. Nach Genette teilen sich Peritext und Epitext erschöpfend und restlos das räumliche Feld des Para- textes; anders ausgedrückt für Liebhaber von Formeln: Paratext = Peritext + Epi- text. (1989:13, Hervorhebung im Original) Die erste Kategorie, die Genette als „typischste Kategorie“ (ibid.:12) bezeichnet, ist der Peritext. Ein Peritext ist ein Element des Paratextes, das im Umfeld des Textes innerhalb ein und desselben Bandes vor oder nach dem eigentlichen Werk erscheint, wie Titel, Name des Autors, Vorworte, Widmungen, Mottos und Anmerkungen. Andere Peritexte, wie Kapitelüberschriften oder manche Anmerkungen, befinden sich mitunter in den Zwischenräumen des Textes (vgl. ibid.). Zu den Epitexten, und damit der zweiten Kategorie der Paratexte, gehören die in respektvollerer Entfernung angesiedelten Mitteilungen, die zumindest ur- sprünglich außerhalb des Textes erschienen sind: Ein Epitext ist jedes paratextuelle Element, das nicht materiell in ein und demselben Band als Anhang zum Text steht, sondern gewissermaßen im freien Raum zirkuliert, in einem virtuell unbegrenzten physikalischen oder sozialen Raum. Der Ort des Epi- textes ist also anywhere out of the book, irgendwo außerhalb des Buches – unbe- schadet natürlich einer nachträglichen Aufnahme in den Peritext, die immer...

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