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Fragen der Phraseologie, Lexikologie und Syntax

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Edited By Hanna Biadun-Grabarek

In diesem Buch werden vorläufige Ergebnisse der Sprichwortforschung der Mitarbeiter des Lehrstuhls für Angewandte Linguistik und Translatorik der Universität Gdańsk präsentiert. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens werden syntaktische, semantische und pragmatische Aspekte erörtert. Im Zentrum der Analyse stehen deutsche Sprichwörter und Bauernregeln, die mit den polnischen Entsprechungen kontrastiert werden, wobei auch translatorische Probleme angeschnitten werden. Weiterhin enthalten ist ein Beitrag über Tiernamen als Komponenten der Bildlichkeit in Phraseologismen, sowie zwei Beiträge, die sich mit der Valenzforschung und dem Schicksal der DDR-spezifischen Lexik in den polnischen Lehrbüchern der deutschen Sprache aus der Zeit kurz nach der Wende befassen.

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Sylwia Firyn (Gdansk): Zu einigen Fragen der Sprichwortforschung

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Zu einigen Fragen der Sprichwortforschung Sylwia Firyn (Gdask) Phraseologismen bestehen wie freie syntaktische Wortverbindungen aus Wör- tern und sind nach den gleichen morphologischen und syntaktischen Gesetzen gebildet. Charakteristisch für sie sind die semantische Idiomatizität und die syntaktische Stabilität. Bei der syntaktischen Stabilität geht es darum, dass ihre einzelnen Komponenten nicht ersetzbar und nicht erweiterbar (z.B. nicht attri- buierbar) sind (vgl. Fleischer 1983: 307 f.). Eine spezifische Gruppe der Phra- seologismen bilden Sprichwörter. Das Übergangsstadium zwischen den Redewendungen und den Sprichwörtern bilden "sprichwörtliche Redensarten". Es sind feste phraseologische Verbindungen, durch den alltäglichen Gebrauch formelhaft erstarrt; sie geben eine volkstümliche Aussage zu einem bestimmten Tatbestand, bringen aber keine allgemeingültige Erkenntnis zum Ausdruck. Damit gehören sie formal zum Bereich der Redewendungen, in ihrem Inhalt aber mehr zum Bereich der Sprichwörter. (Scheibe 1969: 590) Die Abgrenzung zwischen der sprichwörtlichen Redensart und dem Sprichwort bereitet der Forschung bestimmte Schwierigkeiten, denn beide weisen einige gemeinsame Merkmale auf. In konkreten Texten werden sie als inhaltlich abge- schlossene Sätze gebraucht, um eine bestimmte Meinung zu stützen, zu präzisie- ren oder zu verallgemeinern. Sprichwörtliche Redensarten sind doch in ihrem Ursprung Wortgruppenlexeme (vgl. Röhrich 1973: 9), die nur innerhalb eines Satzes Verwendung finden. Sie sind im Prinzip bildhafte verbale Ausdrücke ohne Subjekt: für jemand die Kastanien aus dem Feuer holen einem den Daumen drücken Diese Ausdrücke werden beim konkreten Gebrauch in einen Satz eingefügt: Du willst...

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