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Max Dauthendey- Gauguin der Literatur und Vagabund der Bohème

Mit unveröffentlichten Texten aus dem Nachlass

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Aleksandra Rduch

Max Dauthendey, ein vergessener Dichter-Maler-Fotograf-Vagabund der Moderne aus Würzburg, ist das Kind der Bohème. Eine enorme Veranlagung für wahrnehmungsreiche Erfassung seiner Lebenswelt zog den Farbendichter immer wieder in die weite Welt. Seinen Werdegang im symbiotischen Kontakt zu ästhetischen Einflüssen der Jahrhundertwende (im Besonderen des Impressionismus und Jugendstils) nachzuzeichnen, gehört zum ersten Teil dieses Buches. Das Œuvre des Würzburger Exoten wird hierbei in die Hauptphasen seines Lebens eingebettet und abstrahiert. Aus den Makroanalysen zur Epoche ergeben sich Mikroanalysen besonders seines unbekannten Spätwerkes. Im Anhang werden bisher unpublizierte Texte aus dem Nachlass kommentiert, welche die moderne Weltauffassung eines poeta minor, aber nicht unbedingt eines Satelliten-Künstlers der Geisteszyklopen (Dehmel, Rilke, George, Przybyszewski unter anderen) schildern.

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II. Max Dauthendey als Künstler der Moderne

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Der Stil einer Zeit bedeutet nicht besondere Formen in ir- gendeiner besonderen Kunst; jede Form ist nur eines der vielen Symbole des inneren Lebens, jede Kunst hat nur Teil am Stil. Der Stil aber ist das Symbol des Gesamtempfin- dens, der gesamten Lebensauffassung einer Zeit, und zeigt sich nur im Universum aller Künste. (Peter Behrens) Im Folgenden wird Max Dauthendey als Künstler in einem Kaleidoskop unter- schiedlicher moderner Erscheinungen vorgestellt mit dem Ziel aufzuweisen, in- wieweit sein ästhetisches Handeln ihn zu einem modernen Zeitmenschen gestal- tete. In einem Überblick lassen sich selbstverständlich nicht alle kulturellen, so- ziologischen oder historischen Phänomene und Umbrüche der Jahrhundertwen- de darstellen. Das gleiche gilt für die Herangehensweisen an den Begriff der Moderne, die nicht erschöpfend präsentiert werden kann und was die vorliegen- de Arbeit auch nicht anstrebt. Dennoch wird in diesem Teil der Anspruch ge- stellt, Dauthendeys Schaffen und Leben mit dem Kolorit seiner Epoche zu ver- binden, zumal sie an sich vielfältig, aber auch widersprüchlich ist. Nicht um- sonst resümiert der Moderne-Präkursor, Baudelaire im Jahre 1863 diese stürme- rische Zeitspanne mit einem prognostizierenden Ausspruch: Die Modernität ist das Vorübergehende, das Entschwindende, das Zufällige, ist die Hälfte der Kunst, deren andere Hälfte das Ewige und Unabänderliche ist.51 Den Zwiespalt und Eklektizismus der Moderne kennzeichnet jedoch das Streben der Menschen nach Selbstbestimmung. Die Jahrhundertwendekunst lässt sich demnach auch in der Suche nach neuen Erkenntnisformen definieren. Das...

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