Show Less

Junktoren im Text der Protokolle des Generallandtags von Preußen Königlichen Anteils aus den Jahren 1526-1528

Series:

Sylwia Firyn

Die in dieser Arbeit untersuchten Protokolle des Landtags von Königlich Preußen wurden von Danziger Schreibern verfasst, die die Gesandten Danzigs begleiteten. Die Texte hinterlegten sie im Danziger Ratsarchiv. Ihre Sprache ist Deutsch, nur die beigelegte Korrespondenz mit dem polnischen König ist Lateinisch. Bisher ist der Gebrauch der Junktoren in diesen frühneuhochdeutschen Kanzleitexten Polens nicht ausreichend untersucht worden. Ihre Analyse (10 Konjunktoren, 40 Subjunktoren, 3 Adjunktoren) ergab nun, dass die damaligen Schreiber alle angenommenen und auch manche bisher für später datierten Neuerungen realisierten. Hinsichtlich des Gebrauchs der Junktoren lässt sich der Text damit als typisch frühneuhochdeutsch bezeichnen. Mit diesen Ergebnissen leistet die Autorin einen Beitrag zu Gebrauch und Bedeutung von Junktoren in Texten dieser Zeit und dieser Gattung und damit zur Erforschung der deutschsprachigen Kanzleien der frühen Neuzeit in Polen und des Frühneuhochdeutschen im Allgemeinen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3 Zur Inhaltsbeschreibung

Extract

3.1 Inhalt, Bedeutung und Sinn Der Inhalt des sprachlichen Makrozeichens besteht aus der Bedeutung und dem Sinn. Die Bedeutung ist das Bedeutete, d.h. das, was die betreffenden Zeichen bedeuten; der Sinn ist dagegen das, was der Produzent des sprachlichen Zei- chens mit dem Gesagten meint, d.h. das wirklich Gemeinte (vgl. Polenz 1988: 298 ff.). Das Bedeutete und das Gemeinte können sich decken. Wenn jemand z.B. im Winter oben auf der Zugspitze sagt, Es ist fürchterlich kalt hier. dann meint er sicherlich das, was er explizit sagt. Er meint also, dass es dort kalt ist. Wenn aber jemand in einen Raum mit offenen Fenstern kommt und densel- ben Satz sagt, kann dieser als Aufforderung zum Schließen der Fenster interpre- tiert werden (vgl. Schumacher/Steiner 2002: 172). Das Bedeutete ist in beiden Fällen gleich (die Behauptung, dass es kalt ist); das Gemeinte aber anders (Fest- stellung, dass es kalt ist; Aufforderung zum Schließen der Fenster). Die Relation zwischen dem Bedeuteten und dem Gemeinten auf Satzebene wird von Peter von Polenz (1988: 298 ff.) behandelt, wobei das Problem der hintergründigen Satzinhalte (Mitbedeutetes, Mitgemeintes) berücksichtigt wird. Bei der Behand- lung derartiger Äußerungen wird auch das Problem der Unterscheidung zwi- schen direkten und indirekten Sprechakten (vgl. Biaduń-Grabarek 2004: 64 ff.) angeschnitten. In den direkten Sprechakten werden die grundlegenden Bedeu- tungselemente und das Gemeinte explizit (mit Hilfe von zu erwartenden Lexe- men und Formen) ausgedrückt; in den indirekten Sprechakten müssen bestimm- te Inhaltskomponenten auf Grund des...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.