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40 Jahre Leichenshow – Leichenschau

Die Veränderung der audiovisuellen Darstellung des Todes im Fernsehkrimi "Tatort</I> vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels im Umgang mit Sterben und Tod

Stephan Völlmicke

«Tod im Fernsehen» und «Tod in der Realität» haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun, auf den zweiten Blick jedoch ist auch der fiktive Tod in Film- und Fernsehsendungen immer ein Produkt des Umgangs mit dem Tod in der Gesellschaft und umgekehrt. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des Todes in den Medien, speziell im Tatort, und reflektiert dabei den Umgang mit Sterben und Tod in der Gesellschaft. In einer Langzeituntersuchung werden die Veränderungen der filmisch-gestalterischen Mittel der Todesdarstellung in der Krimireihe Tatort analysiert. Die Arbeit zeigt, dass es eine offensichtliche Tendenz zu immer längeren und gleichzeitig sehr nahen, distanzarmen Todesdarstellungen gibt, die eine bis dahin ungewohnte, sehr direkte und detailreiche Perspektive auf den toten Körper offeriert. Die Arbeit macht zudem deutlich, dass die Gründe für die zunehmenden und drastischeren Todesdarstellungen im Fernsehen nicht ausschließlich auf ihren hohen Unterhaltungswert zurückzuführen sind, sondern dass die gesellschaftlichen Veränderungen im Umgang mit Sterben und Tod einen wesentlichen Einfluss auf die Art und Weise der Todesdarstellungen im Fernsehen haben. Die Erzählungen vom Tod in den Medien thematisieren die in der Gesellschaft vorherrschenden Definitionen von Tod.

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7. Präsentation der Ergebnisse

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An dieser Stelle werden zunächst die wichtigsten Ergebnisse der Filmanalyse der gestalterischen Mittel der Todesdarstellung und deren Veränderung in WDR und NDR-Tatorten von 1970-2010 vorgestellt (vgl. Kap 7.1. – 7.8.4). Dabei werden neben den wichtigen Kategorien Dauer und Häufigkeit der Leichendar- stellung, Art der Leichenabfilmung, Einstellungsgrößen bei der Leichenabfil- mung sowie der Orte der Leichenabfilmung noch weitere Auswertungen prä- sentiert werden, die die Todesdarstellungen und deren Veränderung charakteri- sieren. Um den Leser nicht mit zu viel Zahlenmaterial und Statistik zu konfron- tieren, werden nur die prägnantesten Ergebnisse im Text formuliert und anhand von Tabellen und Schaubildern belegt. Zusätzliche Statistiken, auf die auch im Text verwiesen wird, befinden sich zur Kontrolle im Anhang. Die genauen Prüfgrößen der einzelnen Signifikanztestungen sind jeweils in den Fußnoten an- gegeben. 7.1 Dauer und Häufigkeit der Leichendarstellung Die statistische Analyse der Stichprobe von WDR und NDR-Tatorten zeigt, dass sowohl die Dauer als auch die Häufigkeit der Leichendarstellung im Zeitraum von 1970-2010 hoch signifikant zunehmen. Bildet man vier Intervalle über vier Jahrzehnte, erkennt man an den Mittelwerten sowohl in der Anzahl der Subse- quenzen mit Leichenabfilmung, der Anzahl der Einstellungen, der durchschnitt- lichen Einstellungslängen (in Sekunden) sowie der Summe der durchschnittli- chen Einstellungslängen (in Sekunden), in denen eine Leichendarstellung statt- findet, eine hoch signifikante Zunahme über die vier Jahrzehnte (vgl. Abb. 1). Der Darstellung von Toten werden hoch signifikant (p=0.000) mehr Subsequen- zen und damit auch mehr Sendezeit im Tatort eingeräumt....

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