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40 Jahre Leichenshow – Leichenschau

Die Veränderung der audiovisuellen Darstellung des Todes im Fernsehkrimi "Tatort</I> vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels im Umgang mit Sterben und Tod

Stephan Völlmicke

«Tod im Fernsehen» und «Tod in der Realität» haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun, auf den zweiten Blick jedoch ist auch der fiktive Tod in Film- und Fernsehsendungen immer ein Produkt des Umgangs mit dem Tod in der Gesellschaft und umgekehrt. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des Todes in den Medien, speziell im Tatort, und reflektiert dabei den Umgang mit Sterben und Tod in der Gesellschaft. In einer Langzeituntersuchung werden die Veränderungen der filmisch-gestalterischen Mittel der Todesdarstellung in der Krimireihe Tatort analysiert. Die Arbeit zeigt, dass es eine offensichtliche Tendenz zu immer längeren und gleichzeitig sehr nahen, distanzarmen Todesdarstellungen gibt, die eine bis dahin ungewohnte, sehr direkte und detailreiche Perspektive auf den toten Körper offeriert. Die Arbeit macht zudem deutlich, dass die Gründe für die zunehmenden und drastischeren Todesdarstellungen im Fernsehen nicht ausschließlich auf ihren hohen Unterhaltungswert zurückzuführen sind, sondern dass die gesellschaftlichen Veränderungen im Umgang mit Sterben und Tod einen wesentlichen Einfluss auf die Art und Weise der Todesdarstellungen im Fernsehen haben. Die Erzählungen vom Tod in den Medien thematisieren die in der Gesellschaft vorherrschenden Definitionen von Tod.

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16. Anhang III: Glossar Kategorien der Filmanalyse

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283 1. Jahr der Sendung (Nr.) 2. Subsequenznummer (S-Nr.) 3. Einstellungsnummer (E-Nr.) Die Einstellungsnummer gibt die Zahl und die Anzahl der Einstellungen wieder. 4. Phasennummer der Einstellung (P-Nr) In einigen Tatorten kommt es innerhalb längerer Einstellungen zu mehreren Kameraaktivitäten (Einstellungsgrößen, Kamerabewegung und Leichenabfil- mung) gleichzeitig innerhalb einer einzigen Einstellung. Aus diesem Grund wird die Einstellung selbst in diesen Fällen noch einmal in unterschiedliche Phasen unterteilt. Durch die Unterteilung können die einzelnen Phasen der Kamera noch detaillierter protokolliert werden. 5. Einstellungslänge (EL) Die Einstellungslänge gibt Auskunft über die Länge der einzelnen Einstel- lungen. Die Einstellung bezeichnet die kleinste kontinuierlich belichtete filmi- sche Einheit. Sie besteht in der Regel aus mehreren Phasenbildern und beginnt bzw. endet mit einem Schnitt (vgl. Korte 22001: 25). 6. Einstellungsgröße (EG) Die Einstellungsgröße ist eine filmtechnische Kategorie und „bezeichnet die Größe einer Person oder Gegenstandes auf dem Bildschirm […] und damit die Größe des Bildausschnitts.“ (Denzin 2003: 63) „Die Größe der Einstellung beeinflusst die Erzählweise des Films in starker Weise. Die Einstellungsgrößen legen die Nähe und Distanz der Kamera zum abgebildeten Geschehen fest und bestimmen damit auch die Nähe oder Distanz, die der Zuschauer zum Geschehen entwickeln kann.“ (Mikos 2003a: 185) Zwi- schen extremer Nähe und extremer Entfernung haben sich verschiedene Skalen etabliert, beispielsweise: Detail, Nah, Halbnah und Weit (vgl. Denzin 2003: 63). In der vorliegenden Arbeit wurden folgenden Einstellungsgrößen wie folgt defi- 283 vgl. Auch Codeplan (siehe unten)...

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