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Das Recht der Arbeitnehmerüberlassung in Japan

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Jennifer Junker

Im Rahmen einer deskriptiven Darstellung wird in dieser Arbeit das Recht der Arbeitnehmerüberlassung in Japan analysiert. Die Leiharbeit wird in Japan weitgehend durch das JAÜG geregelt, welches zuletzt am 28. März 2012 überarbeitet wurde. Die wichtigste Neuerung war dabei die Einführung des Grundsatzes der ausgeglichenen Behandlung. Anders als in Deutschland erfasst das JAÜG ausschließlich Überlassungen mit Wiederholungsabsicht. Je nachdem welche Einstellungsform gewählt wird, ist ein Lizenzerwerb oder eine Mitteilung an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erforderlich. Japan hält – im Gegensatz zu Deutschland – weitgehend an einer Höchstüberlassungsdauer fest. Dagegen ist der Exklusivverleih, der in Deutschland auch nach der Reform 2011 noch zulässig ist, in Japan seit 1999 untersagt.

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Einleitung

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„Häufig wird das kritische Empfinden der Unzulänglichkeit einer Lösung in der eigenen Rechtsordnung zu der Untersu- chung drängen, ob ausländische Rechtsordnungen vielleicht besseres zustande gebracht haben.“1 Außerhalb des europäischen Rechtsraumes bietet sich insbesondere ein Blick auf die japanische Rechtsordnung an, da deren Ursprung nicht nur im französi- schen und US-amerikanischen, sondern auch im deutschen Recht liegt. Im Rahmen der sogenannten „Meiji-Restauration“ (᫂἞⥔᪂, Meiji Ishin), die mit dem Tod des Kaisers Kômei und der Rückübertragung der Macht vom Shôgun (ᑗ㌷) auf den Tennô (ኳⓚ) im Jahr 1868 ihren Anfang fand2, wurden deutsche Rechtsgelehrte nach Japan eingeladen, um bei der Reform der Rechts- ordnung mitzuwirken3. Aus diesem Grund wiesen vor allem die ersten Entwürfe des Handelsgesetzbuches, des Zivilgesetzbuches, der Zivilprozessordnung, des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Meiji-Verfassung Ähnlichkeiten mit den deutschen Kodifikationen auf4. Später gelangten auch Rechtstheorien aus Deutschland nach Japan. Hierzu gehörten das Prinzip der positiven Vertragsverletzung, die Trennung von Stück- und Gattungskauf, die Verzugs- und Unmöglichkeitslehre, der Grundsatz der culpa in contrahendo sowie der Schadensbegriff bei der Naturalrestitution5. In einem Prozess der Rechtsvergleichung wurden die deutschen Theorien dem ja- panischen Rechtsdenken angepasst und in ein einheitliches, der japanischen 1 Zweigert/Kötz, S. 33. 2 Röhl, in: Baum/Stiege (Hrsg.), S. 45; Marutschke, S. 35; Jehle/Lipp/Yamanaka, in: Jeh- le/Lipp/Yamanaka (Hrsg.), S. 5; Kaufman, S. 500; Matsumoto, Europäische Geschichte Online, 3. Dezember 2010. 3 Röhl, in: Baum/Stiege (Hrsg.), S. 45; Marutschke, S. 37; Sanders, Zeitschrift für...

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