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Das Recht der Arbeitnehmerüberlassung in Japan

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Jennifer Junker

Im Rahmen einer deskriptiven Darstellung wird in dieser Arbeit das Recht der Arbeitnehmerüberlassung in Japan analysiert. Die Leiharbeit wird in Japan weitgehend durch das JAÜG geregelt, welches zuletzt am 28. März 2012 überarbeitet wurde. Die wichtigste Neuerung war dabei die Einführung des Grundsatzes der ausgeglichenen Behandlung. Anders als in Deutschland erfasst das JAÜG ausschließlich Überlassungen mit Wiederholungsabsicht. Je nachdem welche Einstellungsform gewählt wird, ist ein Lizenzerwerb oder eine Mitteilung an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erforderlich. Japan hält – im Gegensatz zu Deutschland – weitgehend an einer Höchstüberlassungsdauer fest. Dagegen ist der Exklusivverleih, der in Deutschland auch nach der Reform 2011 noch zulässig ist, in Japan seit 1999 untersagt.

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Kapitel 4: Historische Entwicklung

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Im folgenden Kapitel wird auf die geschichtliche Entwicklung der Arbeitneh- merüberlassung in Japan eingegangen, um ein Verständnis für die gegenwärtige Gesetzeslage zu schaffen. § 9 Vorkriegszeit Arbeitnehmerüberlassungsähnliche Beziehungen gab es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg im produzierenden Gewerbe, in der Bergbauindustrie und im Trans- portgewerbe, wobei zu diesem Zeitpunkt noch keine geordneten vertraglichen Beziehungen bestanden216. Die Beziehungen zwischen den Leiharbeitnehmern und den Verleihern wurden als oyabun-kobun (oyabun = Oberhaupt/Boss; kobun = Schützling/Gefolge) bezeichnet und waren ausbeuterisch ausgestaltet, da die Verleiher hohe Gewinne erzielten, während die Leiharbeitnehmer in ärmlichen Verhältnissen lebten217. § 10 Delegalisierung: 1948 bis 1985218 Im Jahr 1948 wurde die Arbeitnehmerüberlassung untersagt. Hierfür gab es in rechtlicher Hinsicht zwei Gründe. Zum einen war in Art. 6 ASG seit 1947 das Verbot normiert, aus dem ge- werblichen Intervenieren in Arbeitsbeziehungen Dritter einen Gewinn zu erzie- len. Diese Regelung gehört zur sogenannten Charta der Menschenrechte von Arbeitnehmern219. Ein Verstoß gegen das Interventionsverbot wurde zu Beginn noch mit Zuchthaus bis zu einem Jahr oder einer Geldbuße bis zu 10.000 Yen bestraft220. Zum anderen existierte auf internationaler Ebene das IAO-Übereinkommen Nr. 34221. Art. 2 des Übereinkommens sah ein Verbot von gebührenpflichtigen 216 Imai, The Rise of Temporary Employment in Japan, S. 2; Imai, Japanese Studies, Vol. 29 (2009), No. 2, S. 256. 217 Imai, The Rise of Temporary Employment in Japan, S. 3. 218 Imai, The Rise of Temporary Employment in Japan, S. 2. 219 Watanabe, Japan Labor Bulletin, November 1985,...

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