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Landeskunde Nord

Beiträge zur 1. Konferenz in Göteborg am 12. Mai 2012

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Edited By Frank Thomas Grub

Landeskunde beinhaltet immer auch eine regionale Perspektive, nicht zuletzt hinsichtlich des Ortes, an dem Forschung und Lehre bzw. Unterricht stattfinden. 2012 wurde deshalb das Netzwerk-Projekt Landeskunde Nord ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, Forschung und Lehre zur germanistischen Landeskunde, insbesondere in den nordischen Ländern, voranzutreiben. Pädagogische Konzepte, die über die fragwürdige Vermittlung von Daten und angeblich typischen Eigenschaften und Verhaltensweisen der Deutschen, Österreicher und Schweizer hinausgehen, sind rar. Diesem Defizit will der Band in seiner Verbindung von wissenschaftstheoretischer Fundierung und praktischen Beispielen abhelfen. Bei aller Vielfalt der Ansätze zeigen sich auch zahlreiche Gemeinsamkeiten, beispielsweise im Hinblick auf die Ablehnung eines homogenen Kulturbegriffs. Die Beiträge gehen nicht von schematischen Darstellungen mit universalem Anspruch aus, sondern von Phänomenen und Diskursen, wobei die Autorinnen und Autoren auf autonomes und lebenslanges Lernen setzen.

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Perspektivierung im geschichtlichen Landeskundeunterricht (Michael Jaumann)

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Perspektivierung im geschichtlichen Landeskundeunterricht Michael Jaumann Einleitung: Leitlinien der Forschungsdiskussion – Rahmenbedin- gungen eines landeskundlichen Kurses zum Thema deutsche Ge- schichte Es ist unbestritten, dass die Rolle der Landeskunde oder nun der „Kulturstudien“ im Deutsch als Fremdsprache-Unterricht von einem Randthema zu einem eben- so viel wie vielfältig diskutierten Gegenstand der Forschung geworden ist.1 Die- se Diskussion hat nicht nur die altertümlichen Lehrkonzepte einer Realien- oder Kulturkunde endgültig obsolet werden lassen, sie löst sich zunehmend auch von der Vorstellung homogener Kulturräume und bewegt sich in Richtung auf „kul- turelle Differenz, Transkulturalität und Hybridität von Kulturen“.2 Wichtige Zwischenschritte der Diskussion dürften vor allem über das Konzept der Inter- kulturalität – mit Fortentwicklungen oder kritischen Problematisierungen in Richtung Xenologie3 – und die daran anschließenden Entwürfe einer jeweils in- terkulturellen Erziehung, Germanistik, Kommunikation, Kompetenz, Landes- kunde, Literatur, Pragmatik, gewesen sein, die schließlich in der Forderung nach neuen Methoden und Inhalten interkulturellen Lernens mündeten.4 Einen beson- deren Innovationsschub hat sicherlich die Rezeption und kritische Prüfung des cultural turn bzw. der diversen Ansätze der cultural studies gebracht – sie führ- ten auch zur Auflösung eines einheitlichen und statischen Kulturbegriffs selbst. Neuere Forschungen betonen danach die Prozesshaftigkeit, die Komplexität und den Verhandlungscharakter kultureller Entwürfe, die nun im Rahmen von Leit- 1 Ein höchst anregender Überblick über den Stand der Diskussion mit zahlreichenden wei- terführenden Perspektiven findet sich bei Uwe Koreik: Zur Entwicklung der Landeskun- de bzw. der Kulturstudien im...

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