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Mistrades bei Börsengeschäften

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Elisabeth Heuser

Wenn es infolge eines Fehlers beim Zustandekommen von Börsengeschäften zu nicht marktgerechten Preisen kommt, spricht man von Mistrades. Die Börsen sehen hierfür in ihren Geschäftsbedingungen regelmäßig Aufhebungsmöglichkeiten vor. Diese Arbeit untersucht öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Aspekte einer Aufhebung. Im öffentlich-rechtlich ausgestalteten Börsenhandel wird die Vertragsaufhebung als Verwaltungsakt eingeordnet. Dies führt zur Auseinandersetzung mit Fragen der Berufs- und Eigentumsfreiheit. Die Ähnlichkeit eines Mistrades mit den Anfechtungsgründen des Bürgerlichen Gesetzbuches leitet zu einer privatrechtlichen Beurteilung sowie dem Aufsuchen von Gestaltungsmöglichkeiten im Mehrpersonenverhältnis. Schließlich werden die einzelnen Mistrade-Regelungen der deutschen Börsen behandelt.

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Kapitel 2 Mistrade an der Börse

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Im Folgenden wird der Mistrade im regulierten Markt sowie im Freiverkehr an der Börse dargestellt. Im Rahmen der Ausführungen zum regulierten Markt ist zunächst klärungsbedürftig, welche Gründe für die Schaffung einer Mistrade- Regelung bestehen. Diese Frage muss vorrangig behandelt werden, da es keine ausdrücklich geregelte Verpflichtung oder Ermächtigung der Börse zum Erlass von Mistrade-Regelungen gibt. Es folgt die rechtliche Einordnung einer Ge- schäftsaufhebung infolge eines Mistrades. Anschließend wird geklärt, ob durch die Geschäftsaufhebung in Grundrechte der Handelsteilnehmer und Emittenten sowie der Privatanleger eingegriffen wird. Hiervon ausgehend bedarf es einer Auseinandersetzung mit der rechtlichen Grundlage der die Mistrade-Regelung enthaltenden Börsengeschäftsbedingungen. Bei der abschließenden Darstellung des Mistrades im Freiverkehr wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob die Mistrade-Regelungen in der als Satzung ergehenden Handelsordnung niederge- legt werden sollten. A. Rechtliche und ökonomische Gründe für die Schaffung von Mistrade-Regelungen Im Folgenden soll untersucht werden, ob Mistrade-Regelungen der Verwirkli- chung von im Börsengesetz genannten Zielen dienen und die Börse daher zu de- ren Erlass berechtigt ist. In Betracht kommen die Sicherstellung marktgerechter Börsenpreise sowie die Gewährleistung eines ordnungsmäßigen Börsenhandels. I. Verhältnis von Börsenpreis und Geschäftsabschluss Auch ein Mistrade stellt zunächst einmal einen Geschäftsabschluss an der Börse dar. Fraglich ist, ob der Preis des einzelnen Geschäftsabschlusses mit dem Bör- senpreis identisch ist und wie sich ein einzelner Geschäftsabschluss, der zu ei- nem...

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