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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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Zur Teilhabe an Gottes Leben berufen

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Das Zweite Vatikanische Konzil ist das wichtigste Ereignis der katholi- schen Kirche im 20. Jahrhundert. Es hat Kirche und Theologie durch die Reflexion auf die Ursprünge des Glaubens an Jesus, den Christus, auf eine neue Grundlage gestellt. Seine Vorgeschichte zeugt von einem en- gagierten Ringen um eine zeitgerechte Weise, von Gott zu sprechen. An den neuscholastisch konzipierten Texten der Vorbereitungskommissio- nen wird insbesondere von den deutschsprachigen Konzilstheologen harsche Kritik geübt. Um eine eigene, sachgerechte Sprache für das Kon- zil zu finden, wird von Karl Rahner in Verbindung mit Joseph Ratzinger im Herbst 1962 folgender Text verfasst: „Über die Offenbarung Gottes und des Menschen in Jesus Christus.“ Das erste Kapitel handelt von der Beru- fung des Menschen durch Gott – ein Grundgedanke des Konzil, der in der Pastoralkonstitution ausgeführt wird. Im vierten Abschnitt heißt es: „Wie die ganze Geschichte des Menschengeschlechts, so wird auch das Leben der einzelnen Menschen zutiefst davon betroffen, daß Gott aus reiner Gnade den Menschen von sich aus liebt und ihn von sich aus zur Teilhabe an seinem Leben beruft. Diese Teilhabe, welche Mitteilung Gottes selbst ist, überschreitet auf der einen Seite so sehr die Natur, die Kräfte und die Ansprüche des Menschen, daß sie vom Ursprung und Ziel her ganz ungeschuldet ist, auf der anderen Seite betrifft sie den Menschen immer als verpflichtendes Ziel und durchdringt seine ganze Natur, so daß er als Ganzer ohne sie in unserer geschichtlichen Ordnung nicht auf angemes- sene Weise erfaßt werden kann. Ja...

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