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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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6. Die Begeisterung der Orthodoxie. Sergej Nikolajevic Bulgakov (1871–1944)

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6. Die Begeisterung der Orthodoxie Sergej Nikolajevic Bulgakov (1871–1944) In unserem Überblick über Entwürfe der Theologie des 20. Jahrhunderts sollen auch Autoren/Autorinnen vorgestellt werden, die nicht zum Main- stream der europäischen Theologie gehören, sondern hinsichtlich ihres Denkens und ihres Werkes auch von Fachkundigen nur am Rande wahr- genommen werden. Diese „Außenseiter“ des Fachs machen exempla- risch deutlich, dass es sehr viele und sehr unterschiedliche Formen gibt, „Gott“ in die Sprache der Zeit einzubringen. Deutlich soll und muss dabei auch werden, dass der Unterschied zwischen der akademisch ausgewie- senen Fachtheologie und einer methodisch weniger scharf arbeitenden „Laientheologie“ kein prinzipieller, sondern nur ein gradueller ist. Zudem bietet eine nichtakademische Zugangsweise auch die Chance, sich nicht an einer Vielzahl von Vorgaben der Tradition abarbeiten zu müssen, son- dern weitgehend unbefangen an die Sache der Theologie heranzugehen. Die Tradition der Mystiker und Mystikerinnen bietet ein beeindrucken- des Anschauungsbeispiel dafür, wie durch theologische Außenseiter mächtige Impulse für das Gottesbewusstsein einer Zeit ausgehen kön- nen. Zudem muss bedacht werden, dass nicht nur Einzelne, sondern gan- ze Gruppen und Kollektive in der Fachtheologie wenn überhaupt, dann nur am Rande wahrgenommen werden. Diese Beobachtung im Hinblick auf die deutschsprachige Theologie trifft sicher hinsichtlich der Ortho- doxie insgesamt. Die Gründe für diese Ausblendung sind vielfältig und können hier nicht im Einzelnen bedacht und ausgeführt werden. Wer persönliche Erfahrungen im Umgang mit orthodoxen Theologen machen konnte, wird bis in die Gegenwart hinein starke...

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