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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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9. Nur wer Gott kennt, kennt den Menschen. Romano Guardini (1885 –1968)

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9. Nur wer Gott kennt, kennt den Menschen Romano Guardini (1885 –1968) Große theologische Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts machen deut- lich, dass die akademischen Fachgrenzen der einzelnen Disziplinen zwar der notwendigen Aufteilung der Arbeit eine Struktur geben können, gleichzeitig aber Beschränkungen auferlegen, die im Sinn der Sache, nämlich des sach- und zeitgemäßen Redens von Gott, überschritten wer- den müssen. In souveräner Weise demonstriert dies Romano Guardini. Er gehört zu den großen Theologenpersönlichkeiten des 20. Jahrhun- derts. Anderen theologischen Persönlichkeiten durchaus vergleichbar stand er quer zu den Fachdisziplinen. So integrierte er unterschiedliche Sichtweisen, hatte eine enorme Breite der Themen und erreichte zu sei- ner Zeit auch gebildete Kreise, die der Kirche durchaus nicht nahe stan- den. Für viele stand sein Name als Programm, den christlichen Glauben auf der Höhe der Zeit zu reflektieren und sich einem Ethos der Bildung zu verschreiben, das die große abendländische Tradition schöpferisch auf- greift und fortführt. Einige biografische Hinweise: Der volle Name lautet Romano Michele Antonio Maria Guardini. Er wurde am 17. Februar 1885 in Verona geboren. Ein Jahr nach der Geburt von Romano, seinem ältesten Sohn, übersiedelte der Vater 1886 aus beruflichen Gründen – er war Importkaufmann – nach Mainz. 1911 nahm Romano Guardini die deutsche Staatsbürgerschaft an. Guardinis Vater konnte als begeisterter Anhänger der italienischen Eini- gungsbewegung den Übertritt seines Sohnes zur deutschen Nationalität nicht nachvollziehen. Guardini wuchs in Mainz im Schoß seiner Familie...

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