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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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11. Was den Menschen unbedingt angeht. Paul Tillich (1886 –1965)

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11. Was den Menschen unbedingt angeht Paul Tillich (1886 –1965) Nahezu alle der hier vorgestellten Autoren / Autorinnen haben eine pro- funde Kenntnis der theologischen Tradition, greifen sehr bewusst auf diese zurück und entwickeln sie schöpferisch für gegenwärtige Fragestel- lungen weiter. Dieser Umgang mit der Tradition verbürgt auf der einen Seite, dass sie sich bewusst einer geistesgeschichtlichen Entwicklung zu- rechnen, diese jedoch lebendig weiterentwickeln, indem sie kritisch zu ihr Stellung nehmen, d. h. sich einerseits auf ein bestimmtes Gedanken- gut beziehen und dieses weiter entfalten, sich aber andererseits gegen- über anderem kritisch abgrenzen. Paul Tillich gehört zu den evangeli- schen Theologen, die in sehr origineller Weise die traditionelle Theologie weiterentwickelt und eine große Wirksamkeit, insbesondere in den Ver- einigten Staaten von Amerika, entfaltet haben. Einige biografische Hinweise: Paul Tillich ist am 20. August 1886 in Starzeddel (Kreis Guben in Brandenburg) geboren. Sein Studium der Theologie absolvierte er in Halle. Zu seinen Lehrern gehörten Martin Kähler (protestantischer Dogmatiker, 1835 –1912) und Wilhelm Lütgert (Neutestamentler, 1867–1938). Philosophie hörte er bei Fritz Medicus (Philosoph, 1876 –1956). Tillich entstammte einem konservativ lutheri- schen Pfarrhaus. Die geistige Autorität seines Vaters machte ihm nicht leicht, den Zugang zu einem eigenen autonomen Denken zu finden. So bestimmt seine frühe Prägung etwas in seinem Leben und seinem Werk sehr Bedeutsames: die Auseinandersetzung mit der Autorität und die Bemühung um einen persönlichen Freiheitsraum. Seinem Lehrer Martin Kähler verdankt Tillich „die...

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