Show Less

Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

Series:

Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

16. Vor dem Skandal des Kreuzes. Hans Urs von Balthasar (1905 –1988)

Extract

16. Vor dem Skandal des Kreuzes Hans Urs von Balthasar (1905 –1988) Neben Karl Rahner gehört zweifelslos Hans Urs von Balthasar zu den be- deutendsten katholischen Theologischen des deutschen Sprachraums im 20. Jahrhundert. Haben beide als Angehörige des Jesuitenordens beim Entwurf einer neuen Dogmatik noch zusammengearbeitet,1 so ent- wickeln sie sich in Themen und vor allem im Stil ihres Theologietreibens deutlich auseinander. Hans Urs von Balthasar war mit Hugo Rahner befreundet, liebte wie dieser die Patristik und schätzte dessen Symboltheologie sehr.2 Karl Rah- ner blieb mit seiner Transzendentaltheologie stärker der thomistisch- aristotelischen Tradition verpflichtet. Hans Urs von Balthasar öffnete sich vor allem der ästhetischen Dimension des Glaubens, wie bereits der Ti- tel seiner Trilogie „Herrlichkeit“ deutlich macht. Es geht ihm dabei nicht nur um den Gehalt, sondern insbesondere um die Gestalt des Glaubens. Er besteht darauf, wie er breit in seiner Trilogie der Ästhetik, der Theo- dramatik und der Theologik ausführt, dass der christliche Glaube dem Menschen nicht in Abstraktheit, sondern gestalthaft begegnen müsse. Die Gestalthaftigkeit versteht er als ein transzendentales Moment des Seins, das diesem also nicht nur äußerlich hinzutritt, sondern zum We- sen selbst gehört. Er charakterisiert sein Denken im Gegensatz zu Karl Rahner in der folgenden Weise: Karl Rahner habe „Kant, oder wenn sie wollen, Fichte gewählt, den transzendentalen Ansatz. Und ich habe Goe- the gewählt – als Germanist“3. Seine Affinität zu Goethe beschreibt er so: 1 Den Niederschlag hat diese Zusammenarbeit im Entwurf einer...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.