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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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18. Auf Gott hin denken. Piet Schoonenberg (1911–1999)

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18. Auf Gott hin denken Piet Schoonenberg (1911–1999) Die Theologie des niederländischen Jesuiten Piet Schoonenberg kann als ein einziger großer Versuch begriffen werden, die Wahrheit des Glau- bens unter den Bedingungen der Gegenwart zur Geltung zu bringen. Um diesem Anliegen zu entsprechen, hat er sich auf kreative und kühne Ge- dankengänge eingelassen und in Kauf genommen, dafür gescholten und diskreditiert zu werden. Niemals hat er jedoch seinen Ort in der Kirche und im Orden grundsätzlich in Frage gestellt, auch wenn ihm diese un- verbrüchliche Loyalität nicht immer leicht gemacht wurde. Einige biografische Hinweise: Piet Schoonenberg wurde am 1. Ok- tober 1911 in Amsterdam geboren. Er besuchte dort das Jesuitengym- nasium und trat 1930 in den Jesuitenorden ein. Diese Entscheidung kommentierte er in der folgenden Weise: „Den Jesuitenorden habe ich sozusagen von meiner Geburt an gekannt, denn ich wurde in einer Je- suitenpfarre getauft und habe dort bis zu meinem 18. Jahr gelebt. Ich hatte auch einen Onkel, der Jesuit und später auch Missionar in Java war, und noch einen Uronkel, der Jesuitenbruder war. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis, sozusagen eine Freundschaft mit den Jesuiten unse- rer Pfarre. Mein Vater arbeitete im Büro eines Effektenkommissionars in Amsterdam, meine Mutter war vor der Ehe Lehrerin in einer Volks- schule. Sie waren sehr fromme Leute, mein Vater empfing täglich die hl. Kommunion. Ich denke, dass sie bei ihrer Kritik, die sie den Geistlichen gegenüber hatten, niemals innerlich die...

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