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Wertesysteme und Raumsemantik in den isländischen Märchen- und Abenteuersagas

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Werner Schäfke

Diese Arbeit widmet sich der spätmittelalterlichen Erzählliteratur Islands, wie sie in den sogenannten Märchen- und Abenteuersagas in Erscheinung tritt. Die Untersuchung stellt diese etablierte Gattungseinteilung in Frage und schlägt eine Neustrukturierung des Textkorpus auf der Grundlage der vermittelten Werte und Normen vor, die im Fokus der Analyse stehen. Die Arbeit weist nach, dass die vor allem in der älteren Forschung als stereotype Schemaliteratur betrachteten Texte sich hinsichtlich der immanenten Wertesysteme als äußerst vielfältig erweisen. Das hierarchische Gefüge von Normen wird differenziert herausgearbeitet und literaturhistorisch kontextualisiert in Bezug auf die Identitätskonstruktion der Protagonisten.

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V Literarischer Kontext

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Da das Ziel dieser Arbeit die induktive, detaillierte Analyse einzelner Märchen- sagas ist, um die genreumfassenden Aussagen bisheriger Arbeiten zu Märchen- und Abenteuersagas zu überprüfen, musste das Korpus auf drei Texte begrenzt werden. Es ist daher nötig, die Repräsentativität der Analyse-Ergebnisse für die betroffenen Genres der Märchen- und Abenteuersagas zu beschreiben. Ferner werden die Resultate der Untersuchung auch in den Kontext der altnordischen Literatur insgesamt gestellt, um so den Charakter dieser Erzählungen genauer herausstellen zu können. Den roten Faden bilden prominente Elemente der untersuchten Texte oder Aspekte der Märchen- und Abenteuersagas, die in jüngeren Arbeiten Aufmerk- samkeit auf sich gezogen haben. Bemerkenswerte Phänomene, die im Rahmen dieser Untersuchung begegneten, sind die Herrscherbiographie, die Permeabili- tät sozialer Grenzen und die Funktion von Frauenfiguren als Friedensstifterin- nen. Jüngere Arbeiten haben sich mit Aspekten der Märchen- und Abenteuersa- gas befasst, die sich auch in den besprochenen Texten wiederfinden. Das sind die Funktionen und Konnotationen verschiedener geographischer Räume, wie etwa der Glæsisvellir oder Indiens, sowie die Sexualmoral der spätmittelalter- lichen isländischen Literatur. Bei allen generalisierenden Aussagen, die in diesem Kapitel getroffen wer- den, muss bedacht werden, dass erst ein sehr geringer Teil der Märchen- und Abenteuersagas überhaupt eingehend interpretiert wurde. Das fundierte, auf ak- kurater Analyse und nicht nur mehr oder weniger intensivem close reading be- ruhende Wissen der Forschung ist noch immer sehr gering. Dieses Kapitel ist also als ein In-einen-Kontext-Stellen der...

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