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Einzig und allein

Ledige Figuren in der Belletristik

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Andrea Bugge

Diese Arbeit vergleicht die literarischen Darstellungen des ledigen Menschen und die Thematik der Ehelosigkeit in ausgewählten Romanen und Erzählungen aus dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Unter Einbezug textsoziologischer, intertextueller, sozialgeschichtlicher, soziokultureller und genderspezifischer Zusammenhänge weist die Autorin den Einfluss des frühromantischen Liebesideals auf die Gestaltung lediger Figuren der folgenden literarischen Strömungen nach. Dabei wird erkennbar, wie prägnant der Typus des «Hagestolzes», der «alten Jungfer» und des postmodernen Singles die Frage nach dem Wesen des Menschen und seinen ästhetischen Ausdrucksformen spiegelt, trotz und gerade wegen der ihm zu allen Zeiten zugeschriebenen scheinbaren sozialen Mangelhaftigkeit.

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4 Für sich(,) reserviert: Dandyistisches Außenseitertum als kultur­elle Rebellion

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4 Für sich(,) reserviert: Dandyistisches Außenseitertum als kulturelle Rebellion 4.1. Sein eigener Herr: George Brummell und der Facettenreichtum des Dandyismus Hatte Stifters „Hagestolz“ noch die verwandtschaftliche Funktion eines Förderers und Pä- dagogen, der einen jungen Verwandten zum rechtschaffenen Bürger ausbildet, verliert der Alleinstehende in der Literatur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diese sozialen Fähig- keiten. Ahnenreihen und Familienstrukturen halten nicht mehr, was sie versprechen. Zwei der Ursachen dafür sind der Bedeutungsverlust des Adels seit der Französischen Revolution und die Industrialisierung im gesamten europäischen Raum. Stifter versuchte, feudale Strukturen für das Bürgertum zu retten, indem er sie in seinen Erzählungen und Romanen hochleben ließ, da der Adel (als Geburtsadel) familiäre Strukturen innerhalb einer Abstammungsreihe garan- tiert. Er erkannte aber auch, dass Ehe und Familie nicht zwangsläufig das Individuum in Harmonie einbetten. Gegen diesen Zwiespalt schrieb Stifter durch das Verfassen ehe- und fa- milienbejahender Literatur an, in dem Glauben, der Mensch könne durch Bildung seine, die Soziabilität fördernden Charakterzüge entfalten. Die literarischen Strömungen des Naturalismus stellen diese Auffassung und das Selbstver- ständnis der Romantiker, von dem Stifter einige Formen übernahm, in Frage. Die Dekadenz- Bewegung, die auf den Naturalismus reagiert, indem sie die Künstlichkeit betont und dem Utilitarismus abschwört, wird ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Schlagwort die- ser Zeit und gleichzeitig zu ihrem Programm angesichts des Fin de Siècle. Dies bedeutet nicht nur...

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