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Einzig und allein

Ledige Figuren in der Belletristik

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Andrea Bugge

Diese Arbeit vergleicht die literarischen Darstellungen des ledigen Menschen und die Thematik der Ehelosigkeit in ausgewählten Romanen und Erzählungen aus dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Unter Einbezug textsoziologischer, intertextueller, sozialgeschichtlicher, soziokultureller und genderspezifischer Zusammenhänge weist die Autorin den Einfluss des frühromantischen Liebesideals auf die Gestaltung lediger Figuren der folgenden literarischen Strömungen nach. Dabei wird erkennbar, wie prägnant der Typus des «Hagestolzes», der «alten Jungfer» und des postmodernen Singles die Frage nach dem Wesen des Menschen und seinen ästhetischen Ausdrucksformen spiegelt, trotz und gerade wegen der ihm zu allen Zeiten zugeschriebenen scheinbaren sozialen Mangelhaftigkeit.

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7 „Fräuleinwunder“: Vom idealistisch-empfindsamen Fräulein zur postmodernen Single-Frau

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In den vorangehenden Kapiteln standen männliche Autoren und ihre Schöpfungen männlicher Junggesellen bzw. Single-Figuren im Mittelpunkt, weibliche Autorschaft wurde, um den chro- nologischen Kontext dieses Themas nicht zu verlieren, einstweilen in Zusammenhang mit den literarischen frauenemanzipatorischen Auseinandersetzungen im Sinne einer Reaktion auf die männlichen Diskurse angesprochen. Dabei wurde erkennbar, dass weibliche Autorschaft von den Frauen nicht nur gegenüber dem männlich dominierten Literaturschaffen durchgesetzt werden musste, sondern dass die Problematiken, die sich im Spannungsfeld zwischen Frau und Patriarchat ergeben, selbst in die Literatur infiltriert wurden. Davon bleibt das literarische Ausdrucksmittel per se, die Sprache, selbst nicht verschont. War es zu Beginn des hier behan- delten Untersuchungszeitraums (Ende 18. Jahrhundert) die Frage, ob Frauen überhaupt Texte veröffentlichen sollten, die insofern gelöst wurde, dass die Autorinnen hauptsächlich anonym oder unter Pseudonym unter männlicher „Beratung“ und Herausgeberschaft für die LeserIn- nenschaft schrieben, so ist mit Ende des 20. bzw. Anfang des 21. Jahrhunderts die Schriftstellerin etabliert, auch wenn schreibende Frauen weiterhin Fremde bleiben.1 Aus die- sem Grund ist die Frage noch immer ungelöst, ob ein weibliches Sprechen, eine eigene weibliche Sprache als das „Äußere“ der Sprache, die eine patriarchale Sprache ist, gefunden werden kann, und wie sie klingen muss, um gehört zu werden. Nach Claudine Herrmann gibt es nur zwei mögliche gegensätzliche weibliche Verhaltensmuster: Konformismus, „Übernah- me der männlichen Werte“2 oder Überspanntheit, d. h. „Ablehung sämtlicher Werte“. Da Konformismus im 20. und 21. Jahrhundert trotz...

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