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Deutsch-polnische Familien: Ihre Sprachen und Familienkulturen in Deutschland und in Polen

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Barbara Janczak

Dieses Buch behandelt aus vergleichender Perspektive die sprachlichen Verhältnisse und Familienkulturen von deutsch-polnischen Familien (in denen Frauen Polinnen sind) in Deutschland und in Polen. Der Ansatz ist interdisziplinär und berührt Gebiete der Soziolinguistik und der Familiensoziologie. Ziel der Studie ist zu erfahren, wie die sprachlichen und familiären Verhältnisse in deutsch-polnischen Familien aussehen und wie sie festgelegt werden. Die empirische Untersuchung besteht aus zwei Teilen: der Fragebogenuntersuchung und den Interviews. Die Arbeit liefert Erkenntnisse über die Einzelsprache und -kultur hinaus in Bezug auf Bilingualität und Bikulturalität, indem sie Auskunft über Einigungsprozesse bezüglich der Schaffung einer Familiensprache und -identität in einer bikulturellen Familie gibt.

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2. Zur Begrifflichkeit: Bilingualität und Bikulturalität

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Im Unterkapitel 2.1 werden Kriterien der Begriffsbestimmung der Bilingualität analy- siert. Im Unterkapitel 2.2 wird auf die Faktoren, hier Parameter des Erwerbs bzw. Er- halts einer Sprache genannt, eingegangen. Unterkapitel 2.3 widmet sich der Erklärung des Kulturbegriffes, darunter auch der Familienkultur und der Messbarkeit der kultu- rellen Werte. 2.1 Bilingualität – Kriterien und Formen Der Zweitsprachigkeitsproblematik haben Psychologen und Linguisten schon zu Be- ginn des 20. Jahrhunderts ihre Aufmerksamkeit geschenkt.15 Obgleich sich die Ansich- ten bezüglich der Frage, ob sich Bilingualität auf die kognitive und soziale Entwick- lung der Kinder positiv oder negativ auswirkt, diametral geändert haben,16 gibt es wei- terhin unter Wissenschaftlern keinen Konsens im Hinblick darauf, was unter dem Beg- riff der Bilingualität zu verstehen ist. Die verschiedenen Auffassungen des Bilinguali- tätsbegriffs hängen, so Kainacher (2007, 19), von der Anwendung unterschiedlicher Differenzierungskriterien ab. Im Folgenden sollen die wichtigsten, aus unterschiedli- chen Differenzierungskriterien resultierenden Formen der Bilingualität behandelt wer- den. Dabei muss unterstrichen werden, dass sich viele der Kriterien nicht ausschließen und die Grenze zwischen ihnen als schwankend zu verstehen ist. 15 Frühe Studien zur bilingualen Kinderentwicklung haben u.a. folgende Wissenschaftler durchge- führt: Ronjat (1913), Pintner und Keller (1922), Saer (1923), Leopold (1939/1947-54). Ronjat (1913) untersuchte den kindlichen deutsch-französischen Spracherwerb und versuchte allge- meine Gesetze der Sprachentwicklung von bilingualen Kindern auszuformulieren. Pintner und Keller (1922) führten Untersuchungen zur Intelligenz bilingualer Migrantenkinder (in Ohio- State, in einem Kindergarten und drei Schulen) durch. Saer (1923) erforschte...

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