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Deutsch-polnische Familien: Ihre Sprachen und Familienkulturen in Deutschland und in Polen

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Barbara Janczak

Dieses Buch behandelt aus vergleichender Perspektive die sprachlichen Verhältnisse und Familienkulturen von deutsch-polnischen Familien (in denen Frauen Polinnen sind) in Deutschland und in Polen. Der Ansatz ist interdisziplinär und berührt Gebiete der Soziolinguistik und der Familiensoziologie. Ziel der Studie ist zu erfahren, wie die sprachlichen und familiären Verhältnisse in deutsch-polnischen Familien aussehen und wie sie festgelegt werden. Die empirische Untersuchung besteht aus zwei Teilen: der Fragebogenuntersuchung und den Interviews. Die Arbeit liefert Erkenntnisse über die Einzelsprache und -kultur hinaus in Bezug auf Bilingualität und Bikulturalität, indem sie Auskunft über Einigungsprozesse bezüglich der Schaffung einer Familiensprache und -identität in einer bikulturellen Familie gibt.

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3. Bilingualität und Bikulturalität in einer bikulturellen Familie

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Nun soll anhand der ausgewählten Theorieansätze erläutert werden, wie in einer bikul- turellen Familie ihre Bilingualität und Bikulturalität ausgemacht werden. 3.1. Identitätsakte Bevor festgelegt wird, was unter dem Begriff der ‚Identitätsakte’ verstanden wird und in welchem Zusammenhang sie mit der Analyse der sprachlichen und familiären Ver- hältnisse in den deutsch-polnischen Familien stehen, soll kurz auf den Begriff der ‚Identität’ eingegangen werden. Aus der sozialpsychologischen Perspektive bezieht sich ‚Identität’ einerseits auf interne Selbstdefinierungsprozesse und andererseits auf die Platzierung des Individuums bzw. der Individuen im sozialen System und in be- stimmten Gruppen (cf. Jungbluth/Meierkord 2007, 3). Je nachdem, wie groß die Grup- pe ist, auf die sich der Identitätsbegriff bezieht, spricht man von der ‚individuellen’, ‚kollektiven’‚ sozialen’, ‚Gruppen-Identität’ (cf. Joseph 2004, 5f.). Berücksichtigt man den Aspekt der ethnischen bzw. nationalen Zugehörigkeit, so wird über ‚ethnische’ bzw. ‚nationale Identität’ gesprochen.61 In der Fachliteratur trifft man auch die Be- zeichnungen der ‚multiplen’, ‚gemischten’ (‚mixed identitiy’), ‚hybriden’ bzw. ‚Teil’- Identitäten (cf. Meierkord 2007, 37), die auf der Annahme beruhen, dass „various sub- parts of identities may be combined in ways not practiced before” (Jungbluth 2007, 75). Diese Feststellung basiert auf der These von Tabouret-Keller, die besagt, dass „a person’s identity is a heterogeneous set made up of all the names of identities, given to and taken up by her“ (Tabouret-Keller 2004, 316). Weydt formuliert fünf Annahmen bezüglich der Identität. Erstens manifestiert sich Identität graduell...

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