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Eine Analyse der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) unter besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes

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Marcus Jerg

Diese Abhandlung befasst sich mit der rechtlichen Einordnung der in § 5a GmbHG normierten Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) in das bestehende Gesellschaftsrecht und beleuchtet mögliche Risiken für die Gesellschaftsgläubiger. Der Autor setzt sich unter anderem mit der Kritik an der Absenkung des gesetzlichen Mindeststammkapitals sowie den Rechtsfolgen einer fehlerhaften Bezeichnung der UG (haftungsbeschränkt) auseinander. Den Schwerpunkt der Abhandlung bildet die Untersuchung von systematischen Schwächen und Umgehungsstrategien im Zusammenhang mit der gesetzlichen Pflicht zur Bildung einer Gewinnrücklage. Als Lösungswege diskutiert der Autor beispielsweise erweiterte Offenlegungspflichten, die Nachrangigkeit von Gesellschafterforderungen im Insolvenzverfahren sowie die Haftung des Geschäftsführers wegen Insolvenzverursachung.

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3. Kapitel Die Gründung der UG

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A. Der Verzicht auf ein nennenswertes Mindeststammkapital Ein Kernstück der Rechtsformvariante UG ist der in § 5 Abs. 1 Halbsatz 1 GmbHG normierte Verzicht auf ein nennenswertes Mindeststammkapital und – damit zumindest teilweise – eine Abkehr des deutschen Gesetzgebers vom Kapi- talschutz kontinentaleuropäischer Prägung. Gerade mit Blick auf den internatio- nalen Gesellschaftsrechtsmarkt ist die Einführung einer Kapitalgesellschaft ohne nennenswertes Mindeststammkapital positiv zu bewerten.177 Die Abkehr des deutschen Gesetzgebers vom Kapitalschutz kontinentaleuropäischer Prägung ist freilich nicht ohne Kritik geblieben. Inwiefern ein gesetzliches Mindeststamm- kapital die in ein solches Institut gesetzten Erwartungen insbesondere bezüglich des Gläubigerschutzes tatsächlich erfüllen kann, ist Gegenstand der folgenden Abschnitte. I. Das Stammkapital der UG Eher beiläufig gestattet § 5a Abs. 1 Halbsatz 1 GmbHG das Unterschreiten des in § 5 Abs. 1 GmbHG gesetzlich festgeschriebenen Mindeststammkapitals.178 Eine Gesellschaft kann demnach mit einem Stammkapital gegründet werden, welches den Betrag von EUR 25.000 unterschreitet, gleichwohl mit dem Erfor- dernis in der Firma den Rechtsformzusatz „Unternehmergesellschaft (haftungs- beschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ zu führen. Es wäre hingegen ver- fehlt von einem vollständigen Fehlen eines Mindeststammkapitalerfordernisses zu sprechen.179 Denn auch bei der UG finden die §§ 3 Abs. 1 Nr. 3 und 4 sowie § 5 Abs. 2 Satz 1 GmbHG Anwendung, wonach im Gesellschaftsvertrag ein Stammkapital festgesetzt werden und jeder Gesellschafter einen Geschäftsanteil 177 Fastrich, in: Baumbach/Hueck, § 5a Rn. 4. 178 Wortlaut und Gesetzestechnik sind nach Ansicht des Verfassers unglücklich gewählt, indem § 5a Abs. 1 GmbHG ein Unterschreiten...

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