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Eine Analyse der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) unter besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes

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Marcus Jerg

Diese Abhandlung befasst sich mit der rechtlichen Einordnung der in § 5a GmbHG normierten Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) in das bestehende Gesellschaftsrecht und beleuchtet mögliche Risiken für die Gesellschaftsgläubiger. Der Autor setzt sich unter anderem mit der Kritik an der Absenkung des gesetzlichen Mindeststammkapitals sowie den Rechtsfolgen einer fehlerhaften Bezeichnung der UG (haftungsbeschränkt) auseinander. Den Schwerpunkt der Abhandlung bildet die Untersuchung von systematischen Schwächen und Umgehungsstrategien im Zusammenhang mit der gesetzlichen Pflicht zur Bildung einer Gewinnrücklage. Als Lösungswege diskutiert der Autor beispielsweise erweiterte Offenlegungspflichten, die Nachrangigkeit von Gesellschafterforderungen im Insolvenzverfahren sowie die Haftung des Geschäftsführers wegen Insolvenzverursachung.

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6. Kapitel Die Haftung von Geschäftsführern und Gesellschaftern

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Die gesellschaftsrechtlichen Haftungsnormen finden auf Geschäftsführer und Gesellschafter der GmbH-Rechtsformvariante UG selbstredend Anwendung. Im Fall des Geschäftsführers gilt dies insbesondere für die Haftungstatbestände der §§ 43 Abs. 2, 64 Satz 1 und Satz 3 GmbHG. Der Abschluss eines Rechtsge- schäfts zwischen Gesellschaft und Gesellschafter, welches aufgrund einer ver- deckten Gewinnausschüttung zu einer Verkürzung des Jahresabschlusses und damit zu einem Unterlaufen der Thesaurierungspflicht führt, setzt auf Seiten der Gesellschaft stets das Handeln eines Geschäftsführers voraus. Zudem dürfte es in der Regel der Geschäftsführer sein, der über die wirtschaftliche Lage der Ge- sellschaft am besten informiert ist. Die folgende Darstellung zur Haftung von Geschäftsführers beschränkt sich auf einschlägige Haftungstatbestände im Hinblick auf missbräuchliches Verhal- ten im Zusammenhang mit der gesetzlichen Gewinnrücklage nach § 5a Abs. 3 GmbHG, namentlich § 43 Abs. 2 GmbHG und § 64 Satz 3 GmbHG.1048 Eine Gesellschafterhaftung neben derjenigen aus §§ 135 Abs. 1 Nr. 5, 143 InsO we- gen verdeckten Gewinnausschüttungen kann sich demgegenüber speziell aus Existenzvernichtung gemäß § 826 BGB ergeben. Besonderheiten zur regulären GmbH ergeben sich jedoch nur in Einzelaspekten, so dass die Existenzvernich- tungshaftung im Folgenden nur hinsichtlich UG-spezifischer Probleme analy- siert werden soll. Diskutiert wurde im Gesetzgebungsverfahren darüber hinaus die Frage einer Gesellschafterhaftung wegen materieller Unterkapitalisie- rung,1049 worauf abschließend einzugehen sein wird. A. Die Haftung des Geschäftsführers für vGa Die vorangegangenen Kapitel haben verdeutlicht, dass für die...

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