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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Linguistic Usages in Brussels before 1794: Paul De Ridder

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138 Warum machte Griechenland bzw. die griechische Kaufmannschaft eine so ei- gentümliche, ja außergewöhnliche Entwicklung im Integrationsprozeß in das inter- nationale bargeldlose Zahlungsverkehrssystem durch? Es sind – und dies sollte der Beitrag gezeigt haben – im wesentlichen zwei Gründe hierfür verantwortlich: Der erste war das mangelnde Vertrauen, das die westeuropäischen Kaufleute den mer- chant-bankers des Osmanischen Reiches entgegenbrachten und das einherging mit der anfänglichen osmanischen Politik, den Handelsaustausch mit dem westlichen Mittelmeerraum wenn nicht zu verhindern, so doch durch finanzielle Belastungen und rechtliche Unsicherheiten erheblich zu erschweren. Die verschiedenen Kauf- mannskulturen lebten sich auseinander und brachten sich wechselseitig nicht das Vertrauen entgegen, dessen bargeldloser Zahlungsverkehr als unabdingbare Grundvoraussetzung bedarf. Dieses mangelnde Vertrauen in die Handelspartner des Königreichs Griechenland setzte sich auch nach der Unabhängigkeit fort: Denn während nunmehr zu den griechischen Kaufleuten im Osmanischen Reich das gesamte 18. Jahrhundert über wieder ein entsprechendes Grundvertrauen aufgebaut worden war, so fehlte dies noch gegenüber den Händlern des jungen griechischen Staates, dessen Währungspolitik in den ersten Jahrzehnten trotz aller Anstrengun- gen auch nicht dazu angetan war, ein grundständiges Vertrauen in die griechische Währung zu fördern. Dies ging einher mit dem zweiten Grund, der im 19. Jahr- hundert schlicht in der mangelnden Attraktivität Griechenlands als Handelspartner lag, so daß wenig Notwendigkeit für bargeldlosen Zahlungsverkehr bestand. Zah- lungsausgleich wurde im wesentlichen bar vorgenommen, d.h. in Gold oder in der lange Jahrzehnte unsicheren, aber dominierenden griechischen Papierwährung. Erst mit...

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