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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Pendeln an der Peripherie. Veränderungen der Standorte für Wohnen und Arbeiten am Rand der Berliner Agglomeration um 1882: Felix Escher

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176 Damit in Zusammenhang stand der Umbau des staatlichen Abgaben- und Steuersystems sowie des Subventionssystems von einem zentralistisch planwirt- schaftlichen (und politischen) Kontroll-, Lenkungs- und Steuerungsmechanismus zu einer, dem westlichen Muster angepassten, auf marktwirtschaftliche Verhält- nisse zugeschnittenen Institution der Staatsfinanzierung einerseits und allokati- ven und distributiven volkswirtschaftlichen Effekten andererseits. All dies unter Maßgabe der Haushaltskonsolidierung. Ebenfalls im Zusammenhang mit der Umstellung im Staatshaushaltssystem stand die Ingangsetzung einer Privatisie- rung im Unternehmensbereich.28 Hierbei sollten beispielsweise in Polen, ent- sprechend dem Balcerowicz-Plan „die Strukturreformen im betrieblichen Be- reich sowohl eine radikale Erhöhung der Anzahl selbständiger Unternehmen durch Aufspaltung von Großunternehmen als auch eine Reform des Eigentums- rechtes umfassen, und zwar mit dem doppelten Ziel, wettbewerbsfähige Märkte und einen bedeutenden, letzten Endes dominierenden Privatsektor zu schaffen.“29 Die Beobachtung der weiteren Entwicklung in den Transformationsländern gibt zu der These Anlass, dass der forcierte Primat der Haushaltskonsolidierung zu wenig Spielraum für eine, für den volkwirtschaftlichen Um- und Aufbau notwendige staatliche bzw. öffentliche Investitionstätigkeit in die Infrastruktur aber auch hinsichtlich gesellschafts- und sozialpolitisch notwendiger finanzpoli- tischer Umverteilungsaktivität ließ, was letztendlich zu einer Perpetuierung be- trächtlicher volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Instabilitätsfaktoren beigetragen hat. Generell lassen sich in der Transformation des östlichen staatswirtschaftli- chen Finanzierungssystems einerseits gewisse Indizien zur Stützung der in den 1970er und 1980er Jahren häufiger vertretenen „Konvergenzthese“ erkennen. 30 Andererseits aber lassen sich – im Sinne der dieser gegenübergestellten „Unverein- barkeitsthese“ – auch einige Faktoren der Inkompatibilität erkennen. So...

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