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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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European Iron Industry from the Late 17th to the Middle of the 19th Century – the struggle between an‘advanced organic economy’ (based on wood) and a‘mineral-based energy economy’ (based on coal): Rainer Fremdling

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210 an sich nicht angezweifelt wurden, von den Reparationsgegnern mißbraucht werden könnten. Hiergegen verwahrte sich Wagemann entschieden; er könne nicht zulassen, daß wissenschaftliche Ergebnisse für politische Zwecke ver- fälscht würden. Kritisch wurde die Situation für Wagemann aber erst, nachdem er, wenn auch als Privatmann, im Januar 1932 seinen Plan zur Kredit- und Finanzreform veröf- fentlicht hatte, der sowohl beim Reichsverband der Deutschen Industrie, wie beim Deutschen Industrie- und Handelstag wie auch bei der Reichsregierung sofort auf Kritik stieß. Nur die Spitze der I.G. Farben-Industrie AG unterstützte ihn. Mit diesem Plan hatte Wagemann die von ihm selbst immer wieder gefor- derte Zurückhaltung bei wirtschaftspolitischen Empfehlungen aufgegeben. Daß er betonte, in eigener Person und nicht für das Institut oder das Statistische Reichsamt zu sprechen, nutzte nichts. Die Reichsregierung scheint weniger der Plan als solcher, sondern die Tatsache seiner Veröffentlichung irritiert zu haben. Angeheizt wurde die Kampagne gegen Wagemann und sein Institut aber nicht nur von der Schwerindustrie und der ihr nahestehenden Presse, sondern auch vom akademischen Establishment, das ihm vorwarf die Konjunkturforschung in der öffentlichen Meinung und bei den Geldgebern für sein Institut monopolisiert zu haben. Im Mai 1932 veröffentlichte eine Zeitung eine Erklärung von 32 Öko- nomen, die Wagemanns Vorschläge als töricht bezeichnete und ihm Illoyalität gegenüber der Reichsregierung vorwarf, die mit seinem Beamtenstatus nicht vereinbar sei. Die Namen der Ökonomen, unter denen sich viele Prominente befanden, hielt das Blatt freilich zur...

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