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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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„So wie sich die Menge die Götter denkt, so sind sie nicht.“ Zur Glaubenswelt der Griechen zu Zeiten Epikurs: Karl Hardach

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286 Gründe, warum die sich in den zwanziger Jahren relativ vereinigende deutsche Arbeiterbewegung die Rolle als „Damm“ gegen den Nationalsozialismus verlor, mag in der „Multipolarisierung“ der Arbeiterbewegung durch die Erschütterung auf der rechten und linken Seite liegen.70 Außerdem sollte die von vielen bisherigen Forschungen stillschweigend vorausgesetzte Annahme, die Arbeiterschaft sei links eingestellt gewesen und die nationalsozialistische Arbeiterpolitik sei daher aus- schließlich demagogisch gewesen, überprüft werden. Dies würde auch die These von der NSDAP als „Volkspartei“ stützen, die die „Mittelschichtsthese“ kritisiert und auf der Ebene der Parteimitglieder und Wähler auf eine signifikante Unter- stützung der Arbeiterschaft für den Nationalsozialismus hinweist.71 NSBO und SA verursachte möglicherweise einen ernsten Widerspruch, der in der Integrations- bewegung des Nationalsozialismus nie gelöst wurde. In diesem Sinne kann man vielleicht den Berliner Verkehrsstreik, der im November 1932 bei der BVG ausbrach und für fünf Tage den öf- fentlichen Nahverkehr der Hauptstadt lähmte, als einen „Januskopf“ der Arbeiterpolitik der Ber- liner NSDAP bezeichnen. Der Streik, der als ein wirtschaftlicher Kampf begann, bei dem NSBO, RGO und ein Teil der Freien Gewerkschafter zusammenarbeiteten, veränderte sich schon am zweiten oder dritten Streiktag zu Unruhen auf den Straßen hin, so dass sich die Verhafteten vom zweiten Streiktag an hauptsächlich unter Verdacht strafrechtlicher Verbrechen befanden (Vgl. Polizeibericht, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Rep. 219/80, Bl. 192 ff.). Unter diesen waren viele SA-Leute, die auf den Straßen mit der Polizei heftig gekämpft hatten....

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