Show Less

Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Edited By Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Krupps expansiver „Griff nach Österreich“ unterdem Schutz des III. Reiches. Die Eingliederung der Berndorfer Metallwarenfabrik in den Krupp-Konzern im Jahre 19381: Zdenek Jindra

Extract

379 Krupps expansiver „Griff nach Österreich“ unter dem Schutz des III. Reiches Die Eingliederung der Berndorfer Metallwarenfabrik in den Krupp-Konzern im Jahre 19381 Zden�k Jindra Als die Fried. Krupp AG/Essen im September 1938 den Jahresbericht für das abge- laufene Geschäftsjahr 1937/38 abgefasst hatte, waren gerade zwanzig Jahre seit dem Ersten Weltkrieg vergangen und fünf Jahre seit 1933, als von der NS-Re- gierung an die Firma „der Ruf … erging, wieder Kriegsmaterial in großem Umfan- ge zu fertigen“.2 Da sie für diese Aufgabe immense Mittel benötigte, pflegte sie sich von nicht betriebsnotwendigen Beteiligungen fernzuhalten – mit einer Ausnahme im Jahre 1938, als sie den Anschluss Österreichs prompt zur Erlangung der Ak- tienmajorität des größten österreichischen NE-Metallunternehmens, der Berndor- fer Metallwarenfabrik Arthur Krupp AG bei Wien nutzte. Von außen betrachtet wurde Krupp zu diesem Schritt aus geschichtlichen Gründen und Familiebindungen bewogen: (1) fast vor hundert Jahren (1843) wa- ren die Brüder Alfred und Hermann Krupp gemeinsam mit dem Wiener Unter- nehmer Alexander Schoeller die Mitbegründer dieser Fabrik; (2) der letzte Erbe, Arthur Krupp, starb im April 1938 kinderlos, ausdrücklich mit dem Wunsch und dem Testament, das Unternehmen sollte weiterhin in den Händen der Familie Krupp verbleiben. In Wirklichkeit war jedoch Arthur Krupp nicht mehr berechtigt, nach eigenem Gutdünken über dieses Unternehmen zu verfügen: beinahe 90% des 9 Mill. Schilling betragenden Aktienkapitals der Berndorfer MWF befand sich im Besitz des Hauptgläubigers, der größten österreichischen Bank...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.