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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Vom Fideikommiss zum Familiengut. Das Beispiel des Sanierungsversuchs der Grafschaft Dohna in Ostpreußen: Fusao Kato

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447 Vom Fideikommiss zum Familiengut Das Beispiel des Sanierungsversuchs der Grafschaft Dohna in Ostpreußen Fusao Kato Einleitung Max Weber hob hervor, dass ein großes Fideikommiss von 4.000 bis 5.000 ha Größe, das viele landwirtschaftliche Großbetriebe von über 100 ha umfasste, einen starken Kontrast zu den in ihrer Mehrheit etwa zwölfmal kleineren Fidei- kommissen darstelle, die zwar auch ein Grundeigentum von höchstens 400 ha umfassten, denen aber eine planvolle Neugestaltung des Gutes von vornherein unmöglich sei.1 Auf solch einem Standpunkt der „Grundbesitztheorie im engeren Sinne“, die Webers Analyse zum Fideikommiss skizziert, habe ich bereits eine Analyse über „die vereinigte Grafschaft Dohna“2 in Ostpreußen versucht, die ein großes Fideikommiss von über 20.000 ha Größe am Ende des 19. Jahrhunderts war. Aus dem dort Gesagten ist folgende Schlussfolgerung zu ziehen:3 Im Ganzen gesehen gab es in dieser Grafschaft zwar Eigenbewirtschaftung4 durch den Fideikommissherrn, da das höchste Einkommen aus dem selbstbewirt- schafteten Landbesitz kam, wie Tabelle 1 zeigt; dieses betrug fast 70 Prozent der gesamten Einnahmen. Aber man darf gleicherweise nicht übersehen, dass sich ein bestimmtes Pachtsystem dort entwickelte, weil das Einkommen aus dem verpachteten Landbesitz über 30 Prozent betrug. Dieses Charakteristikum traf besonders auf das Majorat Lauck zu, dessen Einkommen aus dem verpachteten 1 Vgl. Max Weber, Agrarstatistische und sozialpolitische Betrachtungen zur Fideikommissfrage in Preußen (1904), in: Max Weber Gesamtausgabe, Abt. 1, Schriften und Reden, Tübingen 1998, Bd. 8, S. 136 ff.; Fusao Kato, Die wirtschaftliche und soziale...

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